Mogel

„So war des Kindes größte Sorge, nachts unter einer Decke zu sein, völlig bedeckt. Sonst schlief es nicht, denn jede Sekunde könnte ein Wolf einen Teil seines Armes abbeißen.“ Eine Erzählung.

Zwischen den Mülltonnen lag eine Frau, die das Kind sah, tot glaubte. Das Kind lief durch die Gassen des Dorfes. Es lief die Treppen hinunter. Es trug ein gelbes Kleid. Zitronenfalter nannte der Vater es in dem Kleid, der Lehrer nannte es so. Das Kind lief zur Boutique der Mutter. Bevor es das Geschäft betrat, durch die Glastür, hinter der Kleider an Stangen hingen, ging es eine Tür weiter, zog an der Tür, brachte sie kaum auf. Sie war aus Metall. Im Raum dahinter waren Mülltonnen. In der Ecke lag ein Bündel, mit Stoff überzogen. Es hatte ein Gesicht. Eine Tote, dachte das Kind, drückte gegen die Metalltür, die hinter ihm zugefallen war, jetzt klemmte, stürmte hinaus, als die Tür nachgab, stürzte ins Geschäft daneben, zur Mutter, zwischen die Kleider. Eine Leiche, sagte es zur Mutter. Eine Tote, nebenan. Du irrst dich bestimmt, sagte die Mutter. Das Kind getraute sich nicht, noch einmal hinüberzugehen. Bald darauf kam ein Krankenwagen und holte die Frau aus dem Müllraum ab. Zum Glück sagte die Mutter nicht abermals, dass das Kind sich geirrt hatte.

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