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Wem die Welt gehört

28.11.2008 | 16:02 |  Von Michael Lohmeyer (Die Presse)

Der Autor des „Schwarzbuchs Markenfirmen“ legt nach mehrjähriger Pause nach.

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Die Ausgangsthese für dieses Buch ist eine nicht uninteressante Frage: Wem gehört die Welt? Die Antwort, die ihren Weg in den Titel des Buches gefunden hat, ist allerdings mehr eine Forderung als Realität, darauf deutet auch das Rufzeichen hin. „Uns gehört die Welt!“ will eine Anleitung sein, wie sich die Demokratie beleben lässt und Globalisierung nicht ein Schreckgespenst, sondern eine Chance sein kann.

Bestsellerautor Klaus Werner-Lobo, der nach Jahren in Berlin und Rio nun wieder in Wien lebt, knüpft mit der Neuerscheinung an sein „Schwarzbuch Markenfirmen“ an, von dem mittlerweile mehr als 150.000 Exemplare verkauft worden sind. Es geht, wie im Schwarzbuch, um „Macht und Machenschaften der Multis“, also um den Einfluss der multinationalen Konzerne. Sieben Jahre nach dem Schwarzbuch ist der Ansatz nun aber ein gänzlich anderer: Damals stand im Vordergrund, Missstände aufzuzeigen, heute geht es dem Autor darum herauszuarbeiten, dass es einen Ausweg gibt und dass ein jeder selbst die Lösung ist – oder zumindest sein kann. Der Autor bekennt sich dabei zu einer „Radikalität“, die er so definiert: „Wennes radikal ist zu glauben, dass ein jeder Mensch auf der Welt das Recht auf ein Leben in Würde hat, ja, dann ist dieses Buch radikal. Und einseitig, vielleicht ist es auch das. Weil es sich auf die Seite der Schwächeren schlägt, derer, die unter der Macht der Konzerne und Eliten zu leiden haben.“

Sein Buch will Anleitung sein und gibt Lösungsansätze für Zustände, die viele als Missstände empfinden, er bleibt aber am Boden und sagt, dass er keine „Bedienungsanleitung für erfolgreiche Weltverbesserung“ geben wolle und könne, denn „ich glaube, dass wir erfolgreicher und glücklicher sind, wenn wir nicht irgendwelchen Ideologien und Gurus nachlaufen. Stattdessen sollten wir uns auf unser eigenes G'spür verlassen und dabei anderen mit Respekt und Menschlichkeit gegenübertreten. Das schließt übrigens diejenigen, deren unsoziale Machenschaften wir kritisieren und bekämpfen, mit ein.“

Nicht alltäglich an dem Buch ist zudem der Ansatz, es auch für ein Zielpublikum zu optimieren, das es, vielen Unkenrufen zum Trotz, immer noch gibt: für Jugendliche. „Unsgehört die Welt“ richtet sich vor allem an diese Altersgruppe, und gewährleistet wird dies etwa auch dadurch, dass die 15-jährige Jana als erste Leserin am Buch mitgearbeitet hat – „radikal“ sozusagen, von der Wurzel her. Teilweise greift Jana auch direkt in die Gestaltung ein, etwa beim Interview mit „Presse“-Redakteur Thomas Seifert, der die besondere Rolle des Erdöls schildert.

Alles in allem ein Buch, das nicht nur darstellt, weshalb die derzeitige Form der „Globalisierung“ für viele eher als Gefahr gesehenwird denn als Chance, sondern auch aufzeigt, was Einzelne gegen eine derartige Entwicklung unternehmen können – wenn auch in einem sehr beschränkten Rahmen. ■

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.11.2008)

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1 Kommentare
Gast: flux
29.11.2008 18:45
0 0

das richtige buch zur richtigen zeit

danke für den hervorragenden tipp! hab mir das buch gleich heute besorgt, ein bisschen drin rumgeblättert und war so begeistert dass ich gleich nochmal zurück in die buchhandlung bin um noch fünf stück als weihnachtsgeschenk für freunde und familie zu kaufen: angesichts von finanzkrise und der ignoranten haltung "unserer" politiker (und da nehm ich keine partei aus) ist das meiner meinung nach das wichtigste werk des jahres, damit die leute endlich einmal aufwachen und sehen dass wir bald in keiner demokratie mehr leben wenn wir die macht den großen konzernen überlassen. wie sagte schon goethe: wer in der demokratie schläft, wacht in der diktatur auf. dieses buch hält in diesem sinne eindeutig vom einschlafen ab!

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