Was ein Fluch ist

Wann beginnt jemand, eine Situation als Rätsel wahrzuneh- men, das es zu lösen gilt? Gibt „Maries Akte“ Aufschluss? Kerstin Schneider macht sich auf die Suche nach einem Frauenleben – und deckt dabei einen Skandal auf.

Der Auftakt erinnert an Daphne du Maurier: „Ich weiß jetzt, was ein Fluch ist.“ Die abschließenden Sätze des kleinen Prologs könnten einer Gothic Novel entstammen: „Ich weiß jetzt, wie gefährlich es sein kann, die Vergangenheit aufzuwühlen. Es ist ein Irrtum, dass Tote tot sind.“ Aber Kerstin Schneiders Buch ist kein Roman, und romantisch ist es schon gar nicht. Auch wenn vermeintlich Übersinnliches in dieser schauerlichen Geschichte eine große Rolle spielt. Von Seite zu Seite jedoch entwickelt sich der raunende Duktus des Anfangs zu einem feinsinnigen Ton des Erzählens, Beginn einer Reise, deren Ergebnis ungewiss ist. Geografisch nach Osten, zeitlich in die Vergangenheit.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2009)

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