Kampf um das Bild

Überzeugend: Sabine Grubers Roman „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ über das private und allgemeine Elend eines Kriegsfotografen liefert gleichsam nebenbei die Ehrenrettung für diesen Berufsstand.

Wie viel Zeit und Energie muss Leo Tolstoi wohl investiert haben, um einen Roman wie „Krieg und Frieden“ zu schreiben, wie viel Empathie und Arbeit muss es Joseph Roth gekostet haben, um die Details für seinen „Radetzkymarsch“ zu recherchieren? Was an einem Großteil der (deutschsprachigen) Gegenwartsromane so sehr langweilt, ist ihr enger Horizont, die Vermessenheit, mit der Autorinnen und Autoren die Relevanz ihrer eigenen biografischen Erfahrungen für Leser überschätzen. Da lobt man sich Schriftsteller, die sich für mehr interessieren als sich selbst, die Stoffe nicht nur suchen, sondern auch finden, die von allgemeinem Belang und literarisch wenig beackert sind.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2016)

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