Im Museum der menschlichen Schrecken

Brisant: Claudio Magris' Roman „Verfahren eingestellt“ verweist auf ein dunkles Kapitel der österreichischen Geschichte.

Eine wahre Geschichte liegt dem brisanten Roman von Claudio Magris zugrunde.“ Mit diesem Satz kündigt das Münchner Literaturhaus eine Lesung mit dem Autor an. Denn das, was dieser Erzählung wahrhaftig zugrunde liegt, ist das historische Faktum, dass die Deutschen am Ende des Krieges, nachdem die Italiener bereits mit den Alliierten einen Waffenstillstand vereinbart haben, das sogenannte Adriatische Küstenland unter ihre Herrschaft genommen haben, um sich den Zugang zum Mittelmeer zu bewahren. So kamen Triest und seine Umgebung nicht nur unter deutsche Verwaltung, sondern auch unter den Zwang der „Rassengesetze“ der Nazis: In der Folge wurde das einzige Konzentrationslager Italiens in einem Vorort von Triest eingerichtet, in der Risiera di San Sabba, in der mehrere Tausend Juden, Tito-Partisanen und andere Regimegegner umgebracht worden sind.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2017)

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