Was ich lese

Reinhard Heinisch ist Politologe und lehrt an der Universität Salzburg.

Hinter der Diskussion über den wunderbaren Begriff der direkten Demokratie verbirgt sich deren hässlicher Zwilling – die populistische Demokratie. Vor dieser hatte bereits der geniale Schöpfer der US-Verfassung, James Madison, 1788 gewarnt, fürchtete er doch die Diktatur dominanter Fraktionen und den kollektiven Irrtum. In der von Populisten bevorzugten Demokratievariante bestimmenKampagnisierungsvermögen, griffige Fragestellung und die bessere Kampfrhetorik den Ausgang. Auch können Parteien kaum der Versuchung widerstehen, Referenden als Zwischenwahlkämpfe zu missbrauchen. In diesem Eldorado der Wutbürger werden Entscheidungen von Aktivisten dominiert, während die übrige Bevölkerung – aus Desinteresse oder Unverständnis – oft fernbleibt.

Das ist drin:

  • 1 Minute
  • 180 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2017)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen