Satzblitz, ferner Donner, Hörfund

Abgründe: leicht zu überlesen. Verblüffung: erst im zweiten Anlauf. „Ein Jahr aus der Nacht gesprochen“: Peter Handkes Notate beim Aufwachen.

Ein Jahr aus der Nacht gesprochen“, das ergibt bei Peter Handke ein rundes Buch, und man ist froh darüber, dass er die Traumfantasie vom „Werkfasten“ nicht in die Tat umgesetzt hat. Es sind kurze Notate von meist zwei bis drei Zeilen, selten länger, die hier locker in Dreiergruppen über die Seiten angeordnet sind. Sie verarbeiten Tages- und Denkreste, tragen aufgeschnappte Alltagsdialoge zusammen, stellen sie mitunter auf den Kopf, lassen eigenwillige Verknotungen entstehen, wie das in der Traumarbeit zu geschehen pflegt. Und wie dort kann sich aus der Verschiebung und Überblendung etwas ganz Neues ergeben – oder auch einfach dadurch, dass eine durchaus „normale“Rede und Gegenrede herausgehoben, auf ein Zitatpodest gestellt wird: „Wie finde ich dich?“ – „Ich habe einen Schlüssel“.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2010)

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