Kleine und große Teufel

Gibt es eine Archaik des Bösen? Für den Kulturtheoretiker Terry Eagleton gibt es vom Bösen durchdrungene Wesen, für den Jugendpsychiater Michael Günter hingegen sind die ganz Bösen nicht ganz so böse.

Ein Bonmot des Frankfurter Philosophen Martin Seel lautet: „Die ganz Guten sind nicht ganz so gut wie die nicht ganz so Guten.“ Denn jemand, der ganz gut ist, also kurz gesagt ein Heiliger, wird nicht mit bösen Antrieben ringen müssen. Alles, was er tut, ist seinem guten Wesen geschuldet und insofern kein persönliches Verdienst. Hingegen darf es sich der nicht ganz so gute Mensch positiv anrechnen, wenn er den „inneren Schweinehund“ erfolgreich bekämpft. Sein gutes Handeln sollte daher moralisch höher bewertet werden.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.04.2011)

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