Das Tütchen Crack

Ein junger, erfolgreicher New Yorker Literaturagent lässt alle Errungenschaften seines Lebens hinter sich, um nur mehr Crack zu rauchen. Das ist Bill Cleggs autobiografisches „Porträt eines Süchtigen als junger Mann“.

Das Kind, das Bill Clegg war, hatte ein Problem. Das Problem, wie es seine Eltern nennen. Es quälte ihn über Jahre, jedes Mal, wenn er sich zum Pinkeln im Klo einschloss und der erleichternde Strahl nicht und nicht kommen wollte, minuten- und halbe Stunden lang. Während draußen der Vater schon schrie und schimpfte, wand sich Bill drinnen und schwitzte vor der Klomuschel. Er wusste, es würde brennen, „als ob Glassplitter rauskämen“. Trotzdem wollte er es endlich, endlich hinter sich bringen. „Wenn der brennende Druck überhandnimmt und sein Körper unter ihm wegklappt, hört er nichts. In diesem Moment des Überschießens, in dem er jede Kontrolle verliert und sich alles in Schmerz und Erleichterung auflöst, bespritzt er die Wand, den Fußboden, die Heizung, sich selbst.“ Dem kleinen Sinnesschwund folgten jedes Mal ein hektisches Putzritual und der Spießrutenlauf draußen – vor den Eltern. Bill Cleggwar fünf Jahre alt.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2012)

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