Guter Sex mit der Mutter

In seinem Roman „Ed King“ lässt David Guterson den nach der Geburt weggegebenen Sohn einer Verwandlungskünstlerin, der von einer jüdischen Familie adoptiert wird, seine Mutter kennen- und lieben lernen.

Auf Seite 297 des neuen Romans sorgt David Guterson selbst für eine harsche Unterbrechung des Erzählflusses. Genau in dem Moment, in dem sein Held Ed King, ein gut aussehender, großer Mann Mitte 20, in einer Ausstellung die klar ältere Diane kennenlernt und ein angeregtes Gespräch mit ihr beginnt – und zwar ausgerechnet über einen ausgestellten Glaskasten voller herabrieselnder Silberdollars, womit das Prinzip der Wahrscheinlichkeitsverteilung veranschaulicht werden soll. Wie groß ist dieChance, dass das passiert, was jetzt passieren wird? Guterson weiß, dass seine Leser hier längst ahnen, worauf seine Geschichte über viele Seiten unweigerlich zugesteuert ist. Er weiß, was sie an dem Punkt über Autor und Fortgang der Handlung zu denken begonnen haben: „Er wird doch nicht etwa gar? Nein, das wird er nicht...“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.05.2012)