Im Bett mit dem Teufel

Eine Haitianerin aus der Oberschicht erhält Audienz beim Staatssekretär, um Gnade für ihren dissidenten Mann zu erwirken. Was sich in Kettly Mars' Roman „Wilde Zeiten“ danach entspinnt, ist eine beklemmende Geschichte voller Gewalt und ambivalenter Gefühle.

Am 12. Jänner 2010 bebte in Haiti die Erde, und binnen einer Minute waren weite Teile der Hauptstadt in einen riesigen Schutthaufen verwandelt, der heute noch längst nicht weggeräumt ist. Über diese Minute, die Tod verheißende Stille, die auf sie folgte, und die Einsamkeit einer Nation, die seit ihrer Selbstbefreiung aus der Herrschaft französischer Sklavenhalter nicht zu sich und zum Frieden findet, hat die haitianische Autorin Yanick Lahens einen bewegenden Bericht verfasst. In „Und plötzlich tut sich der Boden auf“, voriges Jahr im Rotpunkt Verlag erschienen, fragt sie, warum es ausgerechnet wieder Haiti sein musste, das von einer Katastrophe heimgesucht wurde. Denn als Kette von Katastrophen erleben die Haitianer ihre Geschichte selbst.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2012)

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