Verrückte, Dichter, Derwische

Das endgültig verlorene Paradies der Kindheit ist nur einer der Handlungsstränge in Nedim Gürsels zauberhaftem Roman „Allahs Töchter“. Ein türkischer Junge steht ganz im Bann der islamischen Legenden.

Die Zeiten ändern sich. Nichts bleibt, wie es ist. Nur das Wort Gottes soll ewig währen. Doch dieser Gott, arabisch Allah, scheint weit weg zu sein. Wundert es dann, wenn ein leidenschaftlicher Erzähler sich auf schwingt, in Wüsten und Paradiesgärten dem Geheimnis des Lebens auf die Spur zu kommen? Und wundert es, da dieser Gott in so unerreichbaren Fernen weilt, dass die Menschen Götzenbilder einsetzen, die sich um ihre handfesten Belange kümmern? In der Zeit der Unwissenheit – der vorislamischen Periode – sind das die sogenannten Töchter Allahs: Lat, Uzza und Manat, Götzen aus Stein und Holz, die in der Kaaba in Mekka stehen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.06.2012)

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