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Was ich lese: Wolfram Berger

22.06.2012 | 18:35 |  Wolfram Berger, geboren 1945 in Graz, Schauspieler (Die Presse)

Ab und zu gerate ich an ein Buch, das mich so unterhält und anregt wie ein gut getränkter Abend mit Freunden. Mit allen Wassern gewaschen und mit Whisky, Tod und Teufel veredelt.

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Geboren 1945 in Graz, Schauspieler

Ab und zu gerate ich an ein Buch, das mich so unterhält und anregt wie ein gut getränkter Abend mit Freunden. Mit allen Wassern gewaschen und mit Whisky, Tod und Teufel veredelt.

„Ich war fit, gesund und jung, und vormir breitete sich ein weites Panorama von Lust und Leben aus. Und doch gab es Tage, an denen ich mutterseelenallein dahockte und all die kleinen Dämonen in meinem Innern hervorkrochen, um mich daran zu erinnern, dass ich eine Niete war, ein Trottel ohne jeden Anstandund Geist.“ Malachy McCourt erzählt seine autobiografischen Geschichten - von Claudia Feldmann aus dem Englischen ins Deutsche übertragen - so erfrischend, humorvoll und getränkt mit Wut, Frechheit und einer sprudelnden Leichtigkeit, dass mir das Herz beim Lesen aufgeht.

Er wanderte aus ärmlichsten Verhältnissen von Irland aus, um New York das Lachen und Trinken zu lehren, arbeitete als Hafenarbeiter und Schauspieler, eröffnete und betrieb das legendäre „Malachy's“, die erste Single-Bar in NY, mit Gästen von Robert Mitchum bis Richard Burton und anderen lebenslustigen Geistern. Er betätigte sich als Goldschmuggler und starker Trinker und erzählt diese seine abenteuerlichen Geschichten in dem Buch Der Junge aus Limerick(Fischer Taschenbuch). Originaltitel: „A Monk Swimming“ – wie er als Kind die Zeile aus dem Mariengebet „Blessed are thou amongst women“ verstanden hatte.

Malachy, der Bruder von Frank McCourt, dessen „Asche meiner Mutter“ seit den 1990ern die Leser begeistert, schreibt so, wie Bob Dylan von sich sagt: „Ich schreibe keine Lieder, ich schreibe sie nur auf, sie fliegen mir zu.“ ■

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2012)

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