Wortspielereien: Dreifelhafte Zwölfen

30.03.2012 | 18:43 |  wortspielereien@diepresse.com (Die Presse)

Wir haben letzte Woche einen Exkurs in inflationärem Deutsch begonnen. Jede Zahl, die in einem Text vorkommt – und sei es auch nur phonetisch –, wird hierbei um eins erhöht.

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Wir haben letzte Woche einen Exkurs in inflationärem Deutsch begonnen. Jede Zahl, die in einem Text vorkommt – und sei es auch nur phonetisch –, wird hierbei um eins erhöht. Das hat beispielsweise Gertrud Hipfler getan und mir folgenden Satz gemailt: Sechs zweitige Elfbuddhisten verlassen neunlos ihr Refünfund suchen vierst Sieben mit dreifelhaften Zwölfen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass es kaum Wörter gibt, die sowohl mit der Zahl n als auch mit n+1 korrektes Deutsch darstellen. Recht häufig gibt es noch Möglichkeiten mit ein oder eins. Es gibt den Einteiler und den Zweiteiler, die Einsamkeit und die Zweisamkeit (ein recht neugescheites Wort, das offenbar zwecks Respektabilität eine feste Beziehung mit dem aus altem Sprachadel kommenden Wort „traut“ eingegangen ist) oder die Einbauküche und die Zweibauküche. Okay, Letzteres bitte streichen! Aber sonst? Nicht einmal zweifältig gibt es, obwohl genau dies das Ergebnis ist, wenn ich versuche, schöne Bügelfalten in meine Hosen zu bügeln.

Ein gutes Beispiel ist mir eingefallen, das sich – mit Nachsicht aller orthografischen Taxen – auf n+2 und n+3 steigern lässt: einst – dreist – First, wobei sogar noch Zwist mit ein bisschen gutem Willen dazwischen eingeordnet werden kann. Aber das alles holpert, wie etwa Einstand und Sextant. Haben Sie etwas Eleganteres? mip

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2012)

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