Wortspielereien: Grasechsen gravieren

04.05.2012 | 18:09 |  wortspielereien@diepresse.com (Die Presse)

Manche Spiele spielen wir zu viert, andere zu dritt, andere wiederum zu zweit. Wenn der letzte Partner ausfällt, dann spielen wir eben zu erst.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Es folgen noch einige Anmerkungen zu unserer mathematischen Vokabellehre. Wolfgang Tuma schickt uns den bemerkenswerten Satz: Manche Spiele spielen wir zu viert, andere zu dritt, andere wiederum zu zweit. Wenn der letzte Partner ausfällt, dann spielen wir eben zu erst. Oder?

Und Johanna Sibera hat noch ein paar Beispiele, bei denen drei minus eins ganz neuen Sinn ergibt: So wird aus dem langbeinigen Waldreiher ein Walzwei(h)er (eh normal bei Ehepaar Wal). Auf der Tandreise zum Erwerb eines solchen wird am Abend dann die Tanzweise. Auf den befehlenden Ruf des Klassenvorstands „Her, 3B!“ kommen komischerweise keine Schüler, sondern das Herzweib (und wer in der 3G auf keinen grünen Zweig kommt, kommt in die 2G). Und wenn Heinz-Christian Strache beim Bierzählen feststellt: „Ich hab drei,gelt!“, erwidert der Kellner nur: „Und ich hab Zweigelt!“

Wörter mit vier sind viel schwieriger arithmetisch zu mutieren. Aber immerhin ist das hier möglich: Gravieren mal 1,5 ergibt Gras-Echsen. Und wenn man das verdoppelt, so spricht man – wie in steirischen Vorzeiten – von Graz-Wölfen. Sonst aber ist es schwer. Das Brevier kann man mit einiger orthografischer Unbekümmertheit zur Brezen vervielfachen, und nur mit großer Unverfrorenheit den Bolivier zu den Polizzen. Oder das Konservieren zu den Konzertreihen. Autsch! mip

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Top-News

  • Völkermord an Armeniern: Der geleugnete Genozid
    Der Völkermord treibt viele Armenier im Schatten des Ararats noch heute um. Auch, weil mit der Katastrophe Politik gemacht wird.
    Häupls Entschuldigung
    Michael Häupl relativierte beim SPÖ-Parteitag seine Aussage über Lehrer-Arbeitszeiten und gab das rote Wahlkampfmotto vor: Wien darf nicht Wiener Neustadt werden.
    Porsche-Piëch: Eine Familie, getrennt durch den Namen
    Zell am See ist Porsche-Land. Hier ist der Stammsitz der Familie, hier ist Firmengründer Ferdinand Porsche bestattet, und hier werden die Fehden zwischen den beiden Familienzweigen Piëch und Porsche ausgefochten.
    Im Namen der Republik
    Urteilsveröffentlichung in der Sache Dr. Herbert Stepic gegen diepresse.com wegen eines Kredits bei der Hypo Alpe Adria.
    Schubhaftzentren: Volle Belegschaft, leere Zellen
    Nicht nur in Vordernberg steht ein Schubhaftzentrum leer. Derzeit bewachen in ganz Österreich 260 Beamte nur 25 Insassen. Dass die Zahlen wieder stark steigen, ist auch mit einer Gesetzesänderung nicht zu erwarten.
  • Christian Kern: "Brüssel ist ein Wolkenkuckucksheim"
    Für ÖBB-Chef Christian Kern droht bei Ausschreibungen von Bus- und Bahnstrecken die größte Verstaatlichungsaktion seit dem Zweiten Weltkrieg. In der EU-Kommission herrsche ein falsches Verständnis von Wettbewerb.
    Heinz-Christian Strache: Die Emanzipation der Haider-Kopie
    Kein österreichischer Parteichef ist länger im Amt als er: Vor zehn Jahren wurde Heinz-Christian Strache zum FPÖ-Obmann gewählt. Um Stimmen zu gewinnen, muss er vor allem eines tun – abwarten.
    Telekom-Affäre: Doch fünf Beschuldigte
    96.000 Euro flossen ohne Gegenleistung von der Telekom an die ÖVP. Der Justiz sind die Verantwortlichen bekannt.
    Schamlos in Ankara
    100 Jahre danach leugnet die türkische Führung immer noch den Völkermord an den Armeniern – und inszeniert sich als Opfer einer internationalen Verschwörung. Die Türkei war schon einmal weiter.
    Den Grexit nur verschoben
    Für Griechenland und Russland ist der jetzt geplante Erdgas-Deal auf auf den ersten Blick das, was man Win-Win nennt.
  • Die Sache mit den Armeniern
    Die Sache mit den Armeniern: Von den vielen Publikationen und von einer besonderen Freundschaft zweier Journalisten.
    "Free Range Kids": Frei laufende Kinder
    In den USA entwickelt sich mit den "Free Range Kids" eine Gegenbewegung zum "Helicopter Parenting". Oft gegen geltendes Recht.
    Oklahoma-City-Bombe: Die Terroristen aus dem Inneren
    Am 19. April 1995 sucht der Terror die USA heim. Das für viele Amerikaner bis heute Erschreckende daran: Die Täter kamen aus ihrer Mitte.
    Formel 1: Frauen ans Steuer
    Bernie Ecclestones Aussage, eine Formel 1 für Frauen zu starten, sorgte in der Welt des Motorsports für Aufruhr. Es war ein Ablenkungsmanöver, ein PR-Gag – wie so oft.
    Moskau zahlt Milliarden an Griechenland
    Wie „Die Presse“ aus Verhandlungskreisen in Moskau bestätigt bekam, bereitet Russland für nächste Woche ein Energieabkommen in Milliardenhöhe mit Griechenland vor.
AnmeldenAnmelden