Watschen für den Wurstel

Nicht einmal Schönberg selbst hat je wieder so frei den Anspruch auf völlige Ungebundenheit eingelöst: Vor 100 Jahren wurde das Melodram „Pierrot Lunaire“ uraufgeführt. Hinweis auf ein Hauptereignis der Musikgeschichte.

Das war so eines von diesen Skandalstücken. Man kannte den Titel. Er verhieß nichts Gutes. Man wusste Bescheid! Erinnerte sich, wie es in der „Neuen Freien Presse“ im April 1913 in der Rubrik für die Polizeiberichte hieß, „an die Lärmszenen, die vor wenigen Wochen erst der Wiedergabe der ,Pierrot Lunaire‘-Lieder in Prag folgten“. Das war freilich nichts gegen die „Szenen“, die sich „in dem heutigen Konzert des Akademischen Verbandes ereignet haben“. Zu solchen ist es, so weiß der Chronist, „unseres Erinnerns in einem Wiener Konzertsaale kaum je zuvor gekommen“. Dieses „Skandalkonzert“ lag noch in der Zukunft, als der „Pierrot“ das Licht der Welt erblickte. Aber es sollte nicht mehr allzu lange dauern, bissich ehrenwerte Bürgerim Konzertsaal ohrfeigten und der ehrwürdige Wiener Musikvereinssaal polizeilich geräumt werden musste.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012)

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