Vom Leihen des Ohrs

In manchen Kulturen gilt es als Privileg, zuhören zu dürfen. Bei uns steht, wer zuhören muss, im Ruf des Subalternen. Dabei entgeht uns so einiges. Ein Plädoyer für den sozialen Sinn.

Kein anderer Sinn vermag so genau zu differenzieren wie der Hörsinn. Kein anderes Sinnesorgan ist so komplex wie das Ohr. Rund um die Uhr reagieren wir selbst auf leiseste Geräusche und erst recht auf sprachliche Äußerungen. Dennoch werden der Hörsinn und das Zuhören in vieler Hinsicht grob vernachlässigt. Nur wenigen ist bewusst, dass Zuhören als Fähigkeit und als Haltung erst entwickelt und gelernt werden muss. Dabei ist kaum ein privater oder beruflicher Kontext denkbar, in dem richtiges Zuhören nicht eine grundlegende Rolle spielen würde.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2012)