Wenn Formen welken

„Das ,Modische‘ mag launenhaft sein. Die Mode selbst verändert sich nach sehr logischen Gesetzen.“ Mit seinem 1936 für die „Neue Freie Presse“ verfassten „Modetagebuch“ hinterließ Eduard Wimmer-Wisgrill ein erstaunlich zeitloses Dokument.

Das kaleidoskopartig sich verändernde Bild der Mode lässt selten die Hauptlinie der Entwicklung leicht erkennen“, schreibt Eduard Wimmer-Wisgrill am 30. Juni 1936 in der „Neuen Freien Presse“ und fährt fort: „Aus dem Durcheinander bewegter Erscheinungen, deren Wichtigkeit nicht immer sofort schon voll abzuschätzen ist, sucht der mit Mode Beschäftigte immer so rasch als möglich das Wesentliche herauszuschälen. Der üppige Boden bringt viele Formen hervor, aber zahlreiche welken auch bald nach Erscheinen wieder hinweg.“ Damit ist der Kern seiner Wahrnehmung vom wechselhaften Modetreiben formuliert und vielleicht das Wesen der Mode überhaupt auf den Punkt gebracht.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2012)

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