Saugende Wurzel

„Undeutsche Tonsprache“, „Machwerk“, „Kulturbolschewismus“. Zur Hintergrundgeschichte einer Oper, die in Hitlers Reich nicht uraufgeführt werden durfte. Demnächst in Wien: Paul Hindemiths „Mathis der Maler“.

Wo kämen wir da überhaupt hin, fragt der berühmte Dirigent, wenn politisches Denunziantentum im weitestenMaße auf die Kunst angewendet werden sollte? Er steckt mittendrin im Denunziantensumpf, der mächtigste Musiker Deutschlands, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Vizepräsident der Reichsmusikkammer, Wilhelm Furtwängler. Eben hat er das neueste Werk aus der Feder Paul Hindemiths uraufgeführt, die Symphonie „Mathis der Maler“, ein Werk, das sozusagen tönend Propaganda für die zu erwartende Premiere der Oper gleichen Namens machen soll.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2012)

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