Die Ordnung, die uns hält?

„So starb eine Partei“ – es wäre lohnend, Jura Soyfers Thema in die Gegenwart zu transferieren: das fortgesetzte Kapitulieren der europäischen Sozialdemokratie und den Umbau ihrer Parteizentralen zu Startrampen für Managerinnen und Konzernberater. – Zum hundertsten Geburtstag von Jura Soyfer.

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Der englische Schriftsteller John Lehmann hat ihn als einen eher schmächtigen jungen Mann beschrieben, mit einer weichenStimme, einem sanften Gesichtsausdruck und einem gewinnenden Wesen. „Aber hinter diesem ruhigen Äußeren verbargen sich, wie mir erst im Laufe unsererFreundschaft klar werden sollte, nicht nur eine subtile Einsicht in seine Mitmenschen, sondern auch Willensstärke und verhaltene Tapferkeit.“ Den kommunistischen Funktionär Franz Marek irritierte seine Lebensweise, die in schroffem Gegensatz zur eigenen stand: dass er bis weit in den Tag hinein geschlafen habe, schrecklich unpünktlich gewesen und „allen Röcken nachgelaufen“ sei. „Aber was für eine Begabung!“ Seine Jugendfreundin Marika Szécsi fand ihn liebenswert wegen seines Charmes, seines Witzes und seiner Ernsthaftigkeit, und ihr späterer Mann, der Chemiker Mitja Rapoport, meinte, niemand sei so schnell wie er bereit gewesen, „seine Schwächen zu bereuen, und zwar so zu bereuen, dass es direkt wieder komisch wurde“.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2012)

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