Was wiegt die Welt?

Wir messen, was nicht zu messen ist, fassen in Zahlen, was sich nicht in Zahlen fassen lässt: Lange her, die Zeit, in der Zahlen noch differenzierte Weltbetrachtung verhießen. Über Politbarometer, ECTS-Punkte, Umwegrentabilitätsstudien und andere Kleinigkeiten.

Barack Obama und Sebastian Kurz: Viele Gemeinsamkeiten dürften die beiden nicht haben. Dennoch, sowohl der Präsident der Vereinigten Staaten als auchder jüngste Staatssekretär in der österreichischen Bundesregierung, beide gingen einst mit einem einhelligen medialen Urteil – wenn auch mit entgegengesetzten Vorzeichen – ins politische Rennen. Der eine als neuer Messias, als Weltenretter, der mit dem Friedensnobelpreis bekränzt die Bush-Jahre auf den Komposthaufen der Geschichte kippt. Der andere als überforderter Jungspund, als belächelter Parteiaufsteiger, der noch nicht grün hinter den Ohren ist. Die veröffentlichte Meinung war sich in beiden Fällen erstaunlich einig. Differenzierungen musste man mit der sprichwörtlichen Lupe suchen. Es ist wohl eine Ironie der Geschichte, dass Obama gar nicht so viel später als gescheiterter Held gehandelt wurde, während Sebastian Kurz als Integrationsstaatssekretär mittlerweile selbst schärfste Kritiker mit einer überraschend guten Performance verstummen ließ.

Das ist drin:

  • 0 Minuten
  • 0 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2013)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen