Bretter im Kopf

Was Österreich den sattsam bekannten zwoa Bretteln samt gführigem Schnee verdankt, weiß jeder. Kaum zu glauben, dass der Skilauf bis in die 1890er-Jahre hierzulande so gut wie unbekannt war. Vom Werden einer „Skination“.

Ob einem das patriotisch-chauvinistische Getue, die künstliche, von einer omnipräsenten Medienmaschinerie befeuerte Euphorie rund um die Skiweltmeisterschaft im steirischen Schladming nun auf die Nerven gehen oder egal sind, eines steht fest: Österreich ist, mehr und fester noch, als einem das üblicherweise bewusst wird, auf dem und rund um den alpinen Skilauf gebaut. Und dabei geht es nicht nur um ohnehin schon beeindruckende empirische Eckdaten wie Übernachtungszahlen oder darum, dass jeder 15. Job in diesem Land direkt oder indirekt vom skilaufgetriebenen Wintertourismus abhängt. Es geht vielmehr um die historische, symbolische, affektive, ja um die geradezu kollektiv-körperliche Durchdringung einer Bevölkerung mit der modernen bewegungskulturellen Spielform Skilauf. Kein anderes Land der Welt, mit Ausnahme vielleicht der skandinavischen Staaten, ist so mit einer einzelnen Wintersportart verbunden, wie Österreich mit dem alpinen Skilauf.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.02.2013)