Junger Mann mit Tiroler Hut

Er ging eislaufen, spazierte durch die Gassen in der Nähe der Ringstraße und verließ die Stadt kurz vor dem Einmarsch der Nazis: J. D. Salinger in Wien – eine Spurensuche.

Vier Jahre bevor der „Fänger im Roggen“ ihn weltberühmt machte, erschien eine Kurzgeschichte des amerikanischen Autors J. D. Salinger im Magazin „Good Housekeeping“. Sie trug den Titel „A Girl I Knew“ („Ein Mädchen, das ich kannte“). Bis zum heutigen Tag ist sie in keinem seiner Bücher veröffentlicht worden. Und doch diente sie den meisten seiner Biografen als verlässliche Quelle für eine der markantesten Stationen in Salingers Leben, für seinen Aufenthalt in Wien in den Jahren 1937 und 1938. Wenn auch Salingers fiktionale Schilderungen und seine tatsächlichen Lebensumstände in Wien deutliche Ähnlichkeiten aufweisen, so unterscheiden sie sich doch in einem wesentlichen Punkt. Während „A Girl I Knew“ ein tragisches Ende nimmt, schrieb das wahre Leben die Geschichte einer Flucht vor den Nazis, die im letzten Moment glückte.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2013)

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