Rein Gold

Also. Papa hat sich dieses überdimensionierte Einfamilienhaus bauen lassen, und jetzt sitzt er in der Kreditklemme. Eine Situation wie in jeder zweiten Familie. Da kann ich nur gratulieren, Papa! Kennst du dich überhaupt noch aus? Du wirst noch herabgestuft werden. – Hier spricht Brünnhilde: Rede an Göttervater Wotan.

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Ich versuche also zu präzisieren, das ist ein etwas delikates Gebiet, es fällt mir schwer. Also. Papa hat sich diese Burg bauen lassen, und jetzt kann er den Kredit nicht zurückzahlen. Eine Situation wie in jeder zweiten Familie. Die Leichen von Werkzeugen und Maschinen sind weggeräumt, die Riesen haben die Schaufelbagger ihrer Hände eingesetzt, was ihren ursprünglichen Träumereien sicher nicht entsprochen hat. Und was haben sie dafür gekriegt? Was war ihre Leistung? Was ihre Bezahlung? Das haben sie sich schon gedacht, daß dort andre Wanderer zugange sein werden, herumgehen, schamlose Wanderer, äh, Wandler des Rechts. Die Riesen werden ganz zuletzt kommen, wenn es ans Bezahlen geht. Beim Händeaufhalten werden sie die ersten gewesen sein. Es wird ihnen nichts nützen. Was ein andrer gestohlen hat, warum sollen sie es zurückgeben? Was zur Entnahme frei vorhanden ist, die schöne Frau, warum sollen sie die nicht haben, warum sollen nicht sie mit ihren Pfunden wuchern? Haben sie doch mehr davon als andere, sie sind schwerer, wuchern müssen sie gar nicht, entweder die Frau oder die Frau als Warenform oder die Frau in Warenform. Die Gärtnerin. Nein, die Äpfel bleiben erst mal hier, ohne die Gärtnerin wird aus ihnen kein Mehrwert sprossen, der Tauschwertdieser Äpfel, weiß denzufällig jemand? Er muß riesig sein, schon deshalb, weil es nichts gibt, mit dem sie sich messen, mit dem sie sich aufeinander beziehen könnten. Gebrauchswert null. Diese Äpfel kann man janicht essen. Gold. Wer eshat, gibt es nicht zurück. Eigentum ist Diebstahl. Dies die Kurzfassung. Dann wäre Ruhe.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2013)

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