Schlafen nach dem Holocaust

Meine Eltern haben mich nicht zum Konformisten erzogen. Aber sie empfahlen Gelassenheit, wo nichts zu ändern war. Die Gnade der Verdrängung: Erinnerungen an meinen Vater, Kurt Rothschild, der vor hundert Jahren geboren wurde.

In diesem Jahr häufen sich aus närrischer Liebe zur runden Zahl die Veranstaltungen und Publikationen zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Ich habe zu diesem historischen Einschnitt keine emotionale Beziehung. Er kommt mir unendlich fern vor. Dass er, wie Heiner Müller einmal meinte, das kurze 20. Jahrhundert eröffnet habe, das 1989 bereits zu Ende gegangen sei, kann ich nur als Aphorismus goutieren. In meiner Erfahrung kennzeichnen andere, spätere Ereignisse das 20. Jahrhundert.

Das ist drin:

  • 0 Minuten
  • 0 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2014)

Meistgelesen