22.11.2009 06:53 | Meine Presse Merkliste0

Wessen Hand war das?

06.02.2009 | 19:02 |  Von Stephan Schulmeister (Die Presse)

Geld kann arbeiten, und wie! Das sehen wir erst jetzt so recht. – Zur großen Krise. Und ihrem gesellschaftlichen Kontext.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Beim Versuch, das Heranwachsen der neuen Weltwirtschaftskrise in seinen ideologischen, politischen und historischen Kontext zu stellen, kam mir folgendes Bild in den Sinn: Eine riesige Prozession schreitet eine Straße entlang, der „Weg zur Freiheit“. Vorangetragen wird eine Monstranz, in ihr befindet sich – naturgemäß verborgen – die „unsichtbare Hand des Marktes“. Die Eliten der Gesellschaft folgen dem Zug geschlossen. Vorneweg die Kardinäle der Zentralbanken, als irdische Sachwalter der „unsichtbaren Hand“ hüten sie ihr wichtigstes Medium, das Geld und seinen Wert. Dahinter schreitet die ökonomische Geistlichkeit, beginnend mit den Nobelpreisträgern und „Großprofessoren“, bis hinunter zu den Pfarrern der (Universitäts-)Institute und den Kaplänen in der EU-Kommission, der OECD oder nationaler Ministerien. Machtvoll erschallt der Choral der Banker und Finanzberater: „Lasset euer Geldarbeiten!“ Danach kommen die Übersetzer der Offenbarungen des freien Markts aus Zeitung, Funk und Fernsehen. Auch die führenden Politiker folgen dem Zug, die Konservativen schreiten in gewohntem Trott, die Sozialdemokraten drängeln sogar an die Spitze, von Reformeifer beflügelt. Endlich haben auch sie kapiert: Es gibt keinen anderen Weg. Ein paar Häretiker begleiten den Zug (von großen Nobelpreisträgern bis zu kleinenWirtschaftsforschern) –sie wollen ihn aufhalten und müssen daher mitgehen (und sich wichtig machen). Ihr Gemeckere ist Teil der Prozession geworden, ohne sie wirksam zu stören. Denn der Zug der Zeit istschon so groß, dass allein sein (Denk-)Trägheitsmoment den Fort-Schritt garantiert.

Am Anfang der Bewegung – vor gut 40 Jahren – war dies ganz anders gewesen; damals schritten die Eliten auf dem „Weg zurKnechtschaft“ voran: Die Theorien von John M. Keynes hatten den Glauben an die „unsichtbare Hand“ als ökonomisches Universalprinzip zersetzt, dementsprechend wurden nur die Gütermärkte liberalisiert, die Finanzmärkte aber in Unfreiheit gehalten. Der Sozialstaat entzog wichtige Lebensbereiche wie Bildung, Gesundheit, Arbeit, Altersvorsorge dem Walten der „unsichtbaren Hand“, anhaltende Vollbeschäftigung machte die Gewerkschaften unverschämt, Intellektuelle in den Medien sympathisierten mit linkem Gedankengut, Studenten- und Ökologiebewegung nahmen den Kapitalismus „im Ganzen“ ins Visier, der Aufstieg der Sozialdemokratie schien unaufhaltsam. Kurz, Ende der 1960er-Jahre war das „Reich der Knechtschaft“ nicht mehr fern.

Es waren wenige aufrecht Gebliebene, welche zur Umkehr aufriefen und den „Weg zur Freiheit“ predigten. Vorreiter waren Milton Friedmans „Schule von Chicago“ und Friedrich A. von Hayeks Zweig der österreichischen Schule. Ihre Hauptforderung: Befreiung der Finanzmärkte. Zunächst wurde der Devisenmarkt ent-fesselt, das System fester Wechselkurse („Bretton Woods“) also aufgegeben (1971). Darauf verlor der Dollar 25 Prozent seines Werts, dies erhöhte den Anreiz für Rohstoffproduzenten, die Dollarpreise ihrer Produkte zu erhöhen und trug so zum ersten „Ölpreisschock“ bei (1973). Folge: Inflationsbeschleunigung und Rezession.

Diese Konstellation nützten die Marktgläubigen zur „Widerlegung“ des Keynesianismus: Man könne eben nicht durch mehr Inflation niedrigere Arbeitslosigkeit erkaufen.Solches hatten (manche)Keynesianer behauptet,allerdings nur für eine geschlossene Wirtschaft;der Inflationsschub war indes international bedingt, nämlich vorange-trieben durch den Boom der Rohstoffpreise. Diesen hatten die Dollarentwertungen der freien Devisenmärkte und damit indirekt die Neoliberalen selbst mit verursacht. Ein solcher „Wechselschritt“ – erst ein Problem fördern und es dann als Beweis für die Überlegenheit der „unsichtbaren Hand“ ausnützen – wird die Prozession auch in den folgenden Jahrzehnten vorantreiben.

Der Trick mit dem „Wechselschritt“ wurde nicht durchschaut, viele konvertierten und reihten sich ein in den Zug, besonders die Professoren der Ökonomie. Nachdem die „unsichtbare Hand“ den Dollar nochmals um 25 Prozent entwertet hatte, kam es zum zweiten „Ölpreisschock“ (1979). Den Inflationsschub werteten die Marktgläubigen in bewährtem „Wechselschritt“ zur Durchsetzung einer alten Forderung aus: Die Notenbanken sollten das Zinsniveau nicht weiter „künstlich“ niedrig halten (drei Jahrzehnte war es unter der Wachstumsrate gelegen).

Die Hochzinspolitik verursachte gemeinsam mit dem „Ölpreisschock“ die (bisher) längste Rezession der Nachkriegszeit (1980 bis 1982). Der drastische Anstieg der Arbeitslosigkeit schwächte die Macht der Gewerkschaften nachhaltig. Damit wurde einewichtige Barriere auf dem „Weg zur Freiheit“ beseitigt – Hayek hatte ihre Ausschaltung für unabdingbar erklärt, seine Gefolgsleute Thatcher und Reagan setzten dies energisch um. Überdies trug die hohe Arbeitslosigkeit dazu bei, dass die Lohnquote seit Anfang der 1980er-Jahre in allen Industrieländern nahezu permanent sank. Immer mehr Unternehmer und Unternehmervertreter schlossen sich der Prozession an.

Auf die Ent-Fesselung der Finanzmärkte folgte in den 1980er-Jahren ihre massive Belebung. Es wurden immer mehr Finanzinnovationen (Derivate) geschaffen, welche (kurzfristige) Spekulation förderten. Gleichzeitig wurde die Altersvorsorge in den USA – und später in anderen Ländern – auf Kapitaldeckung umgestellt. Der Aktienmarkt begann zu boomen, bis Ende der 1990er-Jahre stiegen die Kurse auf mehr als das Zehnfache. Gleichzeitig destabilisierte kurzfristige Spekulation die Wechselkurse und Rohstoffpreise. Unter diesen Bedingungen verlagerten (große) Unternehmen ihre Investitionen von Real- zu Finanzveranlagung, das Wirtschaftswachstum blieb schwach, Arbeitslosigkeit sowie Staatsverschuldung stiegen weiter.

Zu Beginn der 1990er zogen die USA eine pragmatische Konsequenz: Die Geld- und Fiskalpolitik wird seither antizyklisch gestaltet (unter strikter Vermeidung des Begriffs „keynesianisch“), die „unsichtbare Hand“ wird nur mehr in den Sonntagsreden verehrt, unter der Woche interveniert die Politik nach Bedarf. In Europa zogen die ökonomischen Geistesgrößen die gegenteiligeKonsequenz: Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung wurden als Beweis für die Notwendigkeit weiterer Schritte auf dem „Weg der Freiheit“ verwertet: Sparpolitik, Abbau des Sozialstaats, Deregulierung der Märkte (insbesondere des Arbeitsmarkts) und Regelbindung der Politik (Maastricht-Kriterien, Statut der EZB).

Der neoliberale „Wechselschritt“ gelang perfekt. Die Eliten von den Wirtschaftsredaktionen bis zur EU-Kommission reihten sich ein in die Freiheitsprozession, angesichts ihres Anschwellens gesellten sich schließlich auch die führenden Köpfe der Sozialdemokratie dazu. Sie wollten sich nicht als (neo-)liberal beschimpfen lassen und nannten sich „Reformer“.

In den folgenden 15 Jahren blieb dasWirtschaftswachstum in Europa erstmals in der Nachkriegszeit markant niedriger als in den USA, die Arbeitslosigkeit stieg und konnte nur durch Schaffung von immer mehr „atypischen“ Jobs gemildert werden. Auch in allen anderen Kernbereichen des Sozialstaats trieben die Eliten die „Selbstzerstörung des europäischen Sozialmodells“ voran, von der Altersvorsorge über das Bildungswesen bis zur Krankenversicherung. So prägte Harmonie zwischen konkreter Politik und allgemeinem Glaubensfundament die Freiheitsprozession: Vorrang für den Einzelnen, für seine Eigenverantwortung, für Konkurrenz auf deregulierten Märkten und gegen die Entmündigung durch den Sozialstaat – all dies stand auf den Transparenten zu lesen.

Gestärkt wurde der Zulauf durch die Wissenschaft. Ihr gelang es, Modelle zu entwickeln, welche die Überlegenheit von Marktlösungen gegenüber der Politik bewiesen. Die Ökonomen orientierten sich dabei an der Methodik der Theologie und ihrer Gottesbeweise: Da wie dort wird das Ergebnis schon in den Modellannahmen vorweggenommen, doch sind die Gedankengänge innerhalb des Modells so kunstfertig konstruiert, dass der Zirkelschluss verborgen bleibt. Für die besten Modelle gab es Nobelpreise, und das erhöhte rückwirkend ihren Wahrheitsgehalt.

Um einem Rückfall in die „Knechtschaft des Sozialstaats“ vorzubeugen, schmälerte man seine Finanzierungsbasis in bewährtem „Wechselschritt“: Zuerst wurden Steuern gesenkt, besonders für die Vermögenden, das resultierende Budgetdefizit konsolidierte man durch Kürzung der Sozialleistungen. Am Ende hatten die „Leistungsträger“ mehr Geld in ihrer Tasche, die anderen wurden mit höheren „Leistungsanreizen“ entschädigt, ihre „soziale Hängematte“ trug immer weniger.

Die Marktreligiosität der Eliten förderte naturgemäß die Expansion der freiesten aller Märkte, der Finanzmärkte. Dem half die Politik nach: Börsenumsatzsteuern wurden abgeschafft, die Expansion der freiesten aller Spieler, der Hedge-Fonds, wurde wohlwollend bestaunt, und dann realisierte man auch in Europa die Königsidee, die staatliche Förderung der kapitalgedeckten Altersvorsorge. Statt die Aktiven mit Pensionsbeiträgen für die Alten zu belasten, sollte der Einzelne für sich selbst sorgen, dafür würden ihn die Börsen mit hohen Renditen belohnen. Pensionsexperten gaben ihren Segen, die Empirie der vergangenen 100Jahre habe ja gezeigt: Aktienrenditen sind langfristig höher als die Wachstumsrate des Sozialprodukts. Und siehe da – die Wirklichkeitübertraf die kühnsten Träume der Reformer: Nachdem die Aktienkurse schon in den 1990er-Jahren um fast 20 Prozent pro Jahr gestiegen waren, legten sie – nach einer bedauerlichen „Korrektur“ – zwischen 2003 und 2007 noch stärker zu und wuchsen um fast 40 Prozent pro Jahr! Geld kann also arbeiten, und wie! Auf ähnliche Weise machten die Immobilienmärkte die Hausbesitzer immer reicher, ab 2005 gesellten sich die Rohstoffmärkte dazu. Die wunderbare Vermögensmehrung zeigte, wozu die „unsichtbare Hand der (Finanz-)Märkte“ imstande ist, wenn man sie nur in Freiheit walten lässt. Hoch gestimmt schritt der Freiheitszug voran, während die „unsichtbare Hand“ das Potenzial für den Zusammenbruch der Aktien-, Immobilien- und Rohstoffpreise stetig vergrößerte.

Dass die Kreation von Bewertungsgewinnen selbst Folge der allumfassenden Marktreligiosität war, etwa in Gestalt der Förderung der kapitalgedeckten Altersvorsorge, innovativer Finanzierungstechniken (wie „mortgage backed securities“) oder zunehmender Spekulation durch „Finanzinvestoren“, das konnten die Prozessionsteilnehmer nicht in Erwägung ziehen. Für Religiöse gibt es ja nur eine Richtung der Kausalität – wird der Gedanke „Der Mensch hat Gott erschaffen“ in Erwägung gezogen, hört sich Religiosität bald auf.

Das durch Vermögensaufwertung „arbeitende Geld“ ließ auch die Realwirtschaft am Boom teilhaben: Die Erwartung steigender Immobilienpreise beflügelte die Kreditvergabe an „Häuslbauer“ und damit die Bauwirtschaft. Der Boom der Aktienkurse machte den Konsum zumWachstumsmotor. Beide Effekte waren in denUSA am stärksten ausgeprägt, ihre boomenden Importe ließen auch andere Länder an der Wunderwirtschaft teilhaben.Der dritte Preisboom,jener der Rohstoffpreise, hatte widersprüchlicheEffekte: Einerseits stimulierte er die Importnachfrage der Produzentenländer und damit auch die Produktion in den Industrieländern, andererseits hatten Letztere die höheren Kosten zu bezahlen (der Preisboom von Aktien und Immobilien machte hingegen ihre Besitzer reicher und niemanden ärmer – wunderbar).

Anfang 2007 setzte die „Schubumkehr“ in der Vermögensbewertung ein: Die Immobilienpreise begannen in den USA zu fallen, immer mehr „Häuslbauer“ konnten ihreKredite nicht mehr bezahlen, die Zwangsversteigerungen drückten die Preise weiter, Mitte 2007 brach die Kreditkrise in den USA aus und breitete sich auf andere Länder aus, da diese massenweise „mortgage backed securities“ gekauft hatten. Damit begannen auch die Aktienkurse weltweit zu sinken, doch die Ökonomen im Freiheitszuge blieben unbekümmert: Noch im Frühjahr 2008 schlossen sie für Europa eine Rezession aus.

Nach dem Ausbruch der Kreditkrise im Sommer 2007 ließen Hedge-Fonds und Banken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley oder die Deutsche Bank ihr Geld zunehmend auf den Märkten für Rohstoffderivate „arbeiten“, nämlich durch Spekulation auf weiter steigende Preise. Bis Mitte 2008 stiegen die Rohstoffpreise auf das Doppelte (die „Großökonomen“ erklärten dies als unvermeidliche Folge effizienter Märkte), die Inflation beschleunigte sich, und die Konjunktur begann einzubrechen.

Damit war der jahrelange „Aufbau“ des Potenzials für die neue Weltwirtschaftskrise abgeschlossen. Seit Mitte 2008 verfallen gleichzeitig Immobilienpreise, Aktienkurse und Rohstoffpreise, und zwar in einem viel rascheren Tempo als nach dem Schwarzen Freitag im Oktober 1929: Die Aktienkurse sind in elf Monaten weltweit um etwa 50 Prozent gefallen, die Rohstoffpreise in vier Monaten um fast 60 Prozent. Dieser Entwertungsprozess lässt gemeinsam mit dem Verfall der Immobilienpreise große Teile des Vermögens von Haushalten, Unternehmen, Banken und Entwicklungsländern wegschmelzen. Die Realwirtschaft wird in mehreren Wellenerfasst: Die Haushalteund Unternehmen senken ihre Nachfrage, weil ihre Vermögen entwertet wurden und sich ihre Wirtschaftserwartungen massiv verschlechtern. Die sinkende Importnachfrage der USA, der Rohstoffproduzenten sowie der osteuropäischen Länder dämpft das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern zusätzlich. Alle diese Wellen verstärken sich in einer vernetzten Weltwirtschaft wechselseitig.

Und die große Prozession? Sie kam abrupt zum Halten, der „Weg der Freiheit“ stellte sich nach 35 Jahren als Sackgasse heraus. An ihrem Ende bricht die große Verwirrung aus.

Einerseits muss das Allerheiligste gerettet werden, also kann die „unsichtbare Hand“ freier Märkte nicht die Krise verursacht haben. Und so beschuldigen die frommen Geistesgrößen den Staat, er hätte besser regulieren sollen, oder die US-Notenbank unter Greenspan, sie hätte die Zinsen zwischen 2002 und 2004 nicht so niedrig halten dürfen, oder man beklagt menschliches (nur ja nicht systemisches) Versagen, manche Banker seien halt zu gierig gewesen. Auch von der „heilenden Kraft“ von Krisen ist wieder die Rede – oder von der Zuversicht, dass es bald wieder aufwärts gehen würde (all dies hat große Ähnlichkeiten mit dem Legitimationsgefasel der damaligen Mainstream-Ökonomen zwischen 1930 und 1936).

Andererseits werden die „Krisenwellen“ die Weltwirtschaft mit einer ungeahnten Wucht treffen, und das in mehreren Sequenzen, also weiß man sich nur einen Rat und kennt nur einen Retter, den Staat. So produziert die US-Notenbank Geld in unbeschränktem Ausmaß und gibt es der Regierung, damit diese Banken verstaatliche, die Automobilindustrie rette und so fort. Als rasche Symptomkur ist dies zu begrüßen (im Euroraum ist eine solche Finanzierung derStaaten durch die EZB nicht möglich, das wird uns noch teuer zu stehen kommen). Aber mit einer systemischen Diagnose der Krise und ihrer Überwindung hatdies alles nichts zu tun.Die führenden Köpfe der Freiheitsprozession sind in zunehmendem Maß einer Art Schizophrenie ausgesetzt: Einerseits sollen Wirtschaft und Geld gerettet werden, und zwar durch den Staat; andererseits soll auch der Glaube an das Walten der „unsichtbaren Hand“ gerettet werden, hat doch die Wiederbelebung über 35 Jahre so große Mühe gekostet und so viele „Wechselschritte“.

Doch ein Mittel zur Milderung von Persönlichkeitsspaltung wurde gefunden: Regulierung, Regulierung, Regulierung. Jedes Spiel brauche Regeln, also auch das „Marktspiel“. Klingt gut wie manches Hohle. Mit der großen Krise hat es wenig bis nichts zu tun. Und zwar deshalb: Das Krisenpotenzial wurde durch den gleichzeitigen Preisboom bei Immobilien, Aktien und Rohstoffen aufgebaut, dieses entlud sich in der gleichzeitigen Entwertung dieser Vermögen. Die Hypothekarkreditkrise war der Auslöser, ohne den nachfolgenden Verfall von Aktienkursen und Immobilienpreisen hätte sich keine Weltwirtschaftskrise entwickelt. Die Preise von Aktien, Rohstoffen, Wechselkursen und Zinssätzen werden auf den jeweiligen Derivatbörsen gebildet. Deren Spielregeln sind bis ins kleinste Detail klar gesetzt, die Transaktionskosten sind minimal, jeder kann von jedem beliebigen Ort aus via Internet „traden in real time“.

Allerdings: Der Handel auf diesen Märkten, welche dem optimalen Markt der Theorie am nächsten kommen, produziert systematisch „manisch-depressive“ Schwankungen der Wechselkurse, Zinssätze, Aktienkurse und Rohstoffpreise, also falsche Preissignale. Dies lässt sich durch keinerlei Regulierung beheben. Vielmehr sollte die Instabilität der wichtigsten Preise in der Weltwirtschaft in den vergangenen 35 Jahren Anlass genug sein, die Annahmen der Gleichgewichtstheorie zu hinterfragen.

Dann aber würde das gesamte Weltbild ins Wanken geraten, das man mit so großer Mühe restauriert hat. Politiker müssten sich fragen, ob sie nicht gravierende Fehler gemacht haben, indem sie sich an Losungen wie „Mehr privat, weniger Staat“ oder „Der Markt hat immer recht“ orientierten, Fehler, für die andere (Schwächere) nun zahlen müssen. Und Journalisten müssten sich fragen, ob sie nicht diese fahrlässige Politik gefördert haben, indem sie der Mode der Wirtschaftswissenschaften folgten.

Um sich dieser Mühsal auszusetzen, ist die Krise noch nicht schwer genug. Und selbst wenn sie sich vertieft: Der Problemdruck, der ein Nachdenken befördert, tritt bei anderen auf, nicht bei jenen, deren Nachdenken eine radikale Überwindung des neoliberalen Weltbilds ermöglichen könnte. Zusätzlich müssten „Großökonomen“ und sonstige „Experten“ ihren eigenen Beitrag zum „Aufbau“ der Krise wahrnehmen.

Das ist zu viel verlangt, zumindest für die erste Phase der Krise. Und wenn ihr systemischer Charakter begriffen ist als das Ende der Sackgasse des Finanzkapitalismus,braucht es neue (makroökonomische) Theorien: keine abstrakt-eleganten Luftschlösser, sondern konkret-nützliche Behausungen, bewohnt von Menschen mit Verstand und Gefühl, mit Eigennutz und Solidarität, als Individuen und als soziale Wesen. Die Theorien von Keynes mögen als Ausgangspunkt dienen, ausreichen werden sie nicht. Das Schwierigste bei der Entwicklung neuer Konzepte ist das Verlernen der alten. ■

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

22 Kommentare
0 0

Sie sind Teil einer Prozession [1]

Sehr geehrter Herr Schulmeister,

mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen. Ich schreibe diese
Reaktion, um einem aktuellen Trend zumindest ein Sandkorn entgegen zu werfen: von Kapitalismus
schwenken nun die Eliten und Massen zu sozialistischen Uralt-Theorien. Ähnlich wie ein Pendel, das
nur zwei Extreme kennt schlagen Sie mit ihrem Artikel in dieselbe Kerbe und zeigen keinerlei
(theoretische) Alternativen.

Was Sie leider vergessen: auch Sie marschieren in einer dieser Prozessionen mit, gehören also
auch einer ökonomischen Schule an. Und daher sind auch viele Ihrer behaupteten Zusammenhänge
vielmehr Ergebnis Ihrer ökonomischen Religiösität als selbiger Realität. (Eine 25% Abwertung
des Dollars kann die Ölpreisschocks nicht ausschließlich erklären: http://www.wtrg.com/oil_graphs/oilprice1947.gif)

Wenn Sie Keynes versus Friedman spielen, dann denken Sie deren Theorien bitte gänzlich durch. [...]

0 0

Re: Sie sind Teil einer Prozession [2]

Keynes setzte sich für die Rückführung der Staatsausgaben während konjunkturell guter Zeiten ein - inzwischen
eine Stammtischweisheit. Sein "Widersacher" Friedman hingegen, setzte sich für eine hundertprozentige
Mindestreserve ein. Und genau hier liegt meiner Ansicht nach die Ursache der Krise: die Überschuldung
der Staaten wie Privaten, aber vor allem der Kreditinstitute selbst. Ein System, das es einer
Bank ermöglicht, nur einen Bruchteil des als Kredit vergebenen Geldes, als Sicherheit einzubehalten,
steht auf wackligen Beinen. Es fördert gleichzeitig Blasen durch überschüssig zur Verfügung
gestellte Liquidität.

Schieben Sie die "Schuld" daher nicht auf die "Unsichtbare Hand" der freien Märkte. Diese haben einem großen
Teil der Bevökerung wirtschaftlichen Wohlstand und gesellschaftliche Freiheit beschert. Vielmehr gab es
Enwticklungen das freie Spiel der Kräfte einzuschränken; durch Oligopole oder neuderings durch
unsinnige Staatshilfen etwa. [...]

0 0

Re: Re: Sie sind Teil einer Prozession [3]

Eine wirklich freie und faire Marktwirtschaft ist ungleich Kapitalismus!

Die Bankvorschriften Basel II beispielsweise begünstigen große Konzerne als Kreditnehmer und Großbanken als -geber. Und eben
jenes System der Risikominimierung hat das Finanzsystem erst an diesen Punkt gebracht: anfängliche
Überschuldung, aktuell ungeheurer Eigenmittelbedarf der Banken und Einfrieren der Kreditvergabe
an Wirtschaftstreibende als Resultat.

Lieber Herr Schulmeister, ich kreide es Ihnen nicht an, Theorien zu vertreten und hinter Idealen zu stehen.
Als Ökonom bilden Sie Theorien letztlich über das Wohlergehen von Menschen, und das sind eben keine Finken auf einer
Pazifikinsel oder vom Baum fallende Äpfel. Aber bitte beachten Sie auch Meinungen abseits Ihrer Prozession...

Gast: Roger Strassburg
10.02.2009 05:16
0 0

Die US-Rente is NICHT auf Kapitaldeckung umgestellt worden!

Ich gebe erstens zu, dass ich diesen langen Artikel nur überflogen habe. Eine Stelle nervt aber gewaltig: die Mär der Umstellung auf kapitalgedeckte Rente in den USA. Der Autor mag ja vieles gut recherchiert und richtig geschrieben haben, aber wer schreibt, dass die Rente in den USA auf Kapitaldeckung umgestellt wurde, hat an dieser Stelle nicht recherchiert, sondern nachgeplappert!

Ein kurzer Blick auf www.ssa.gov hätte genügt, um festzustellen, dass die gesetzliche Rente in den USA seit über 70 Jahren umlagefinanziert ist und bleibt. Mit etwas Nachrechnen würde man auch feststellen, dass die Rente in den USA sogar der deutschen Rente ebenbürtig ist. S. dazu mein FR-Artikel (http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1360401_Amerikanische-Verhaeltnisse.html) und den Rentenvergleich der OECD (http://www.oecd.org/dataoecd/13/61/38710921.xls). Es ist nicht so, dass alles Unsoziales aus meiner amerikanischen Heimat stammt. Bitte recherchieren statt nachplappern!

Antworten Gast: Roger Strassburg
16.02.2009 02:20
0 0

Re: Die US-Rente is NICHT auf Kapitaldeckung umgestellt worden!

Jetzt habe ich den ganzen Beitrag in aller Ruhe gelesen, und ich muss sagen, dass - abgesehen von der falschen Behauptung über die Rente in den USA, über die ich mich beschwert habe - Herr Schulmeister eine hervorragende Analyse geschreiben hat. Es ist wirklich erstaunlich, wie in Europa und vor allem in Deutschland die ideologische Borniertheit nicht durchbrochen wird. Ähnlich bei den Republikanern im US-Kongress, die offenbar auch nicht kapiert haben, dass ihre Ideologie gerade gescheitert ist.

antikarl
09.02.2009 21:20
0 0

Zinssätze schwankten manisch depressiv?

Das darf doch nicht wahr sein? Mit den Zinssätzen wird jetzt schon seit Jahrzehnten Wirtschaftspolitik betrieben. Gerade bei den Zinssätzen wurde der Markt brutal ausgeschaltet - da gab es null Freiheit. Und diese regulierten Zinssätze sind mitverantwortlich für das Desaster. Die FED etc. hat Geld zu billig gemacht. Und es war offizielle Politik, dass sich jeder Amerikaner ein Haus
leisten kann. Es gab ein Gesetz, wo die Anzahlung rückerstattet wurde, weil man davon ausging, dass sich der Hausbesitzer die Zinsen und laufende Rückzahlungen leisten kann. Und mit der Erhöhung des Zinssatzes im Frühjahr ist das ganze Kartenhaus zusammen gebrochen. Anstatt herum zuschwafeln hätte der vielschreibende "Volkswirtschaftler" auch einmal ein paar Fakten einfließen lassen können. Aber diese Fakten passen wohl nicht zur Anti-freien-Markt-Argumentation.

arno-graz
09.02.2009 10:28
0 0

Wie gewohnt: grandios zelebrierter Inhalt, ...

... und dennoch darf ich hier eine Ergänzung anbringen: ich vermisste beim Lesen den Hinweis auf einen Grund für die "Schubumkehr" - zB Zinserhöhungen.

Und dann ist da noch ein Hinweis, den ich vermisse - nämlich darauf, dass das Streben des Menschen nach Freiheit an sich ok ist - es kommt nur, wie so oft, auf den Kontext an, auch darauf, wer über Freiheit spricht und was damit "eigentlich" und für wen als Nutznießenden (möglicherweise) gemeint ist. Denn ökonomisch ausgleichendes Wirken erhöht ja auch die Freiheit von vielen Menschen.

Wenn Sie am Aufbau einer "konkret-nützlichen Behausung" (...) mitwirken wollen, dann lade ich Sie ein, einen Kommentar in der Community von oekosozialmarkt.com zu veröffentlichen - bezugnehmend auf das Wirtschaftsmodell, das damit reale Gestalt annehmen soll. Besten Dank im Voraus.

Mit sonnigen Grüßen
Arno Niesner

antikarl
09.02.2009 21:29
0 0

Re: Wie gewohnt: grandios zelebrierter Inhalt, ...

Marxisten gehen immer davon aus, das die Freiheit missbraucht wird. Daher ist es besser, es nicht so weit kommen zu lassen. Nur Politiker und besonders erleuchtete Volkswirte wissen wo es lang geht.

Muchitsch1
08.02.2009 18:12
0 0

schon wieder der Schulmeister!

wenn die sonne der konjunktur niedrig steht,
werfen die sozialistischen geisteszwerge bedrohliche
schatten; Herr Schulmeister ist unter den vielschreibenden "wirtschaftsforschern" derjenige, der auf alle (richtigen?) fragen mit sicherheit die dümmsten antworten weiss; in welcher seltsamen "parallelwelt" lebt Herr Schulmeister, dass er offensichtlich völlig unbe-schwert diesen unsinn schreiben kann? glaubt er, wir wären ähnlich ideologisch verblendet wie er und wüssten nicht, woran Bretton Woods gescheitert ist? wir hätten vergessen, dass es 1973 auch einen von Ägypten und Syrien begonnenen Nahostkrieg gab, und dann, als dieser verloren ging, ein arabisches erdölembargo? wieviel weiter soll der sozialistische würgegriff auf das schulwesen, die altersvorsorge (1970 pension mit über 60 jahren, jetzt pension mit 53 jahren...aber das bitte mit 80%), auf das gesundheitswesen noch vergrößert werden? Schulmeister überrascht immer wieder, aber muss er das in der Presse tun?

Antworten Gast: ambrausius
13.02.2009 15:58
0 0

Re: schon wieder der Schulmeister!

Schon wieder ein Unbelehrbarer!
Dass es angesichts der ausgebrochenen Krise, deren Ausmaß wir nicht zu erahnen wagen, noch Leute gibt, die zugegebenermaßen düster, auch noch literarisch ambitioniert verfasste Texte - z.B. den von Stephan Schulmeister - verdammen, das gibt wirklich zu denken.

Antworten Gast: Korrektur
09.02.2009 11:42
0 0

Re: schon wieder der Schulmeister!

na da kommt aber allerhand zusammen: Bretton woods, Ägypten und Syrien, eine krumme Sozialistenschule und -pension und -gesundheit in AUT...
Krisen bieten die Möglichkeit altes Wissen mal neu durchzusehen und zu korrigieren.

Muchitsch1
12.02.2009 20:03
0 0

Re: Re: schon wieder der Schulmeister!

Herr Schulmeister kann gerade deshalb so groteske,
oft völlig unlogische artikel und kommentare schreiben,
weil "wirtschaftswissen(schaften)" in Ö als völlig unnötig betrachtet werden und die meisten unserer landsleute mit den verwendeten begriffen gar nichts anfangen können; aber: markt böse, Schulmeister gut, damit lässt sich - zumindest in krisenzeiten - viel papier vollschreiben und wohl auch recht gut leben, auch wenn Herr Schulmeister natürlich keine vorschläge machen kann, wie die dinge besser funktionieren könnten; oder glaubt er wirklich, die entwicklung unserer nachbarn nach dem zweiten weltkrieg wäre (erneut) eine alternative und könnte uns ein vorbild sein? bitte, lieber gast, ich warte auf die vorschläge, wo ich mein wissen korrigieren soll!

0 0

Re: schon wieder der Schulmeister!

Ha, auch ein wackerer Kämpfer für die Religion Freiheit der Finanzmärkte und gegen die bösen Linken - wie der Fleischhacker. Er sollte sich aber ein bisschen mit den Finanzmärkten vertraut machen und nicht unqualifiziert über einen qualifizierten Fachmann lästern. Man kann ja eine Meinung zu einem Thema haben, aber man sollte zumindest Grundkenntnisse davon haben. Das bewahrte einen davor Unsinn zu verzapfen.

Muchitsch1
12.02.2009 19:39
0 0

Re: Re: schon wieder der Schulmeister!

mit 30 jahren berufserfahrung im finanzbereich (an der basis, nicht im "elfenbeinturm") und us-börsenzulassung kann ich mit Herrn Schulmeister leicht mithalten;Sie gehen zwar nicht auf meine argumente ein, aber mit einem schön gedrechselten konjunktiv kann man natürlich wunderschön "unsinn" rufen, auch wenn man selbst von der materie wenig ahnung hat?

0 0

Re: Re: Re: schon wieder der Schulmeister!

US-Börsenzulassung - das ist genau die Qualifikation! Und noch dazu 30 Jahre Erfahrung! Ich bin beeindruckt!
Ein Teilgrund für die immer wieder auftretenden Kriesen ist aber die Überzeugung von Analysten und anderen "Spezialisten" in der Finanzwirtschaft von der Materie so viel Ahnung zu haben!

0 0

Treffendes Bild

Der Beweis für die Aussage, dass die Hoheprieseter der Finanzwirtschaft nun alles andere als die völlige "Freiheit" für den den Wahnsinn verantwortlich machen, findet sich unmittelbar in dieser Ausgabe der Presse:
1. im Kommentar des Periskop, der offenbar übersehen hat, dass der Staat bzw. die Politik ja überhaupt kein Primat mehr über die Finanzwirtschaft hat, sondern umgekehrt und letztendlich gezwungen ist Milliarden der Steuerzahler zu opfern um die 1% der Vermögensten, die 50% aller Finanzvermögen kontrolliern, noch vermögender zu machen und damit den totalen Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems noch einmal aufzuschieben.
2. Im Presse-Leitartikel vom 7.2.2009 des wackeren Chefredakteurs Fleischhacker, der in seiner krankhaften Phobie vor allem Linken umgehend die Schuld den falschen Regeln der Regierenden gibt.

Gast: Periskop
07.02.2009 16:32
0 0

So ist es ja nicht!

1000 Zeichen Kommentar genügen nicht, aber: Adam Smiths "unsichtbare Hand" (1776) ist nicht so wichtig, wie dort behauptet wird. Krisen gab es schon immer (Kondratjew-Zyklus), nur das betroffene Gebiet wird größer: 1637 Holland, 1770 Europa, im 19. Jh. auch USA, 1929 die "Welt", heute auch Asien, Brasilien.
Der Staat kann es nicht besser: Bisher mussten vorwiegend Banken, die z.T. in öffentlichem Besitz waren, gerettet werden. Astronomische Summen Staatsgeld verpufften fast wirkungslos. Politiker und Beamte können es nicht besser!

antikarl
08.02.2009 19:58
0 0

Re: So ist es ja nicht!

Kleine Krisen sind sogar notwendig. Die USA hätte spätestens 2000 eine Korrektur zulassen sollen. In der Zwischenzeit wurde besonders in der Autoindustrie riesige Überkapazitäten aufgebaut. Und die überteuerten Firmenkäufe wären so vielleicht verhindert worden. Aber nein, man wollte Wirtschaftswachstum zu jedem Preis. Was ist das für eine Weltwirtschaft, die extrem davon abhängig ist, dass die größte Volkswirtschaft wie verrückt konsumiert und sich total verschuldet?
Nur: Ohne USA hätten wir in den vergangenen Jahren kein Wirtschaftswachstum gehabt. Und jetzt haben wir statt einer kleinen Krise eine riesengroße und die Experten reden zwar viel, können aber keine wirklich guten Lösungen anbieten.

heduda
08.02.2009 16:12
0 0

Re: So ist es ja nicht!

@periskop
einmal ministrant immer ministrant.
wechselschritte beachten,
vor allem genau hinschauen wie die welt heute ausschaut.
vor dem neoliberalismus(zug der freiheit) war es besser,in ALLEN bereichen.wieso?

Gast: Periskop
07.02.2009 16:14
0 0

So ist es doch nicht!

Diesen Kuddelmuddel von richtig und falsch mit 1000 Zeichen zu kommentieren, ist unmöglich. Nur so viel: Adam Smiths Bild von der "unsichtbaren Hand" (1776) hat in der Volkswirtschaft nicht die Bedeutung, die ihm dort zugeschrieben wird. Niemand glaubt, dass es eine ununterbrochene Aufwärtsentwicklung der freien Wirtschaft gibt. Der "Kondratjew-Zyklus" wird seit 1926 diskutiert, erklärt Krisen aber unbefriedigend. Durch zunehmende Verflechtung wird das betroffene Gebiet immer größer: 1637 Holland, 1770 Europa, im 19. Jh. auch USA, 1929 die "Welt", heute sind auch Asien und Brasilien massiv betroffen.
Der Glaube, der Staat könne es besser, ist eine Illusion. Banken mit starkem Einfluß der öffentlichen Hand mussten als Erste grettet werden. Viele Milliarden Staatsgeld sind fast wirkungslos verpufft. Politiker und Beamte können das einfach nicht!

Gast: undogmatisch
07.02.2009 04:35
0 0

Die neue Lehre, die alt ist

Ich kann dazu die Wirtschaftswissenschaft des amerikanischen Ökonomen Lyndon LaRouche sehr empfehlen. Man kann von ihm heute nachlesen, wie er bereits im Sommer 2007 den Zusammenbruch des Finanzsystems ankündigte und eine Bankrott-Reorganisation des Bankensystems, gefolgt von eine Konferenz wie sie 1944 in Bretton Woods stattfand, zur Schaffung eiens neuen Wirtschaftssystems. LaRouche sieht sich in der Tradition der Amerikanischen Schule von Alexander Hamilton und Henry Carey, im Kontrast zum Britischen Freihandel von Adam Smith. Beschrieben wird dies ansatzweise in folgenden Film: http://bueso.de/artikel/brandschutzmauer-verteidigung-des-nationalstaats

Antworten Gast: Georg
08.02.2009 16:29
0 0

Re: Die neue Lehre, die alt ist. Siehe Lyndon LaRouche

Siehe: Lyndon LaRouche aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Lyndon LaRoucheLyndon Hermyle LaRouche, Jr. (* 8. September 1922 in Rochester, New Hampshire) ist ein US-amerikanischer Aktivist, auf den die Gründung der international vertretenen LaRouche-Bewegung zurückgeht. Seit 1976 bewarb er sich mehrfach erfolglos für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Zunächst kandidierte er für die von ihm geleitete „Labor Party“, später bemühte er sich erfolglos bei den Vorwahlen um die Kandidatur für die Demokraten.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Positionen
2 Haftstrafe
3 LaRouche-Bewegung
4 Quellen
5 Siehe auch
6 Weblinks



Top-News

  • EU-Topjobs: Schüssel und Plassnik bis zuletzt im Rennen
    Die Dänen und Osteuropäer waren für Ex-Kanzler Schüssel als Ratspräsident der EU. Aber Bundeskanzler Faymann will nichts gehört haben.
    Aufstand in den Kindergärten
    Die Kindergärtnerinnen wollen nicht mehr lieb, nett und geduldig sein: Sie gehen für bessere Artbeitsbedingungen auf die Straße. Die Forderungen der Pädagoginnen sind ebenso umfassend wie klar umrissen. „Die Reichen sollen zahlen.“
    Wettskandal: "Wo Geld ist, da ist auch Korruption"
    Für den DFB-Präsidenten ist der Wettskandal ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. In Deutschland laufen Ermittlungen gegen Spieler von drei Vereinen und einen Schiedsrichter.
    Grünen-Chef Özdemir: "Das Türkische ist keine In-Kultur"
    Seit einem Jahr ist Cem Özdemir Chef der Grünen Deutschlands. Mit der "Presse am Sonntag" spricht er über Integration, Bildung und seine Elternzeit: "So modern, wie wir immer tun, sind wir in Mitteleuropa nicht".
    0:3 gegen Mattersburg: Kärntner Trauerspiel
    Frankie Schinkels' Team unterlag in Klagenfurt gegen Mattersburg mit 0:3, der Trainer trat daraufhin zurück. In Kapfenberg mühte sich Tabellenführer Salzburg zu einem 2:0-Sieg.
  • Hofburg-Wahl: Gerüchte über Fischers Wiederkandidatur
    Angeblich will Bundespräsident Fischer am Donnerstag seine Wiederkandidatur bekanntgeben. Aus der Präsidentschafts-Kanzlei kam bloß: "Kein Kommentar".
    Was wurde aus... dem Waldsterben?
    "Der Wald stirbt", wurde uns in den 1980er-Jahren erklärt. Mittlerweile gibt es in Österreich mehr Wald als je zuvor. Warum eigentlich? Haben die Warnungen die Bäume gerettet – oder hat man damals einfach nur heillos übertrieben?
    Herr Jürgens, werden Sie unterschätzt?
    Udo Jürgens, derzeit mit seiner "Best-Of"-CD an der Spitze der Hitparaden, beschließt seine große Tournee mit drei Österreich-Konzerten. "Die Presse am Sonntag" traf den Charismatiker.
    Hahn: "Ein Teil der Kritik ist berechtigt"
    Wissenschaftsminister Johannes Hahn lädt kommenden Mittwoch zum Hochschuldialog. Mit dabei sind auch die seit fünf Wochen protestierenden Studenten. Wäre er nicht Minister, wäre es »naheliegend« gewesen, ins besetzte Audimax zu gehen, gibt Hahn zu.
    Strache: "Hass gegen demokratische Bewegung"
    FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache betonte die Friedlichkeit des Festkommers der Burschenschafter in der Wiener Hofburg. Rund 500 Personen demonstrierten am Ring.
  • Rapid-Fans droht Großprozess
    Nach schweren Zusammenstößen zwischen Rapid-Fans und der Polizei ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Landfriedensbruchs. Es gibt 171 (!) Verdächtige.
    Resistente Schweinegrippe-Übertragung trotz Tamiflu
    Erstmals haben sich fünf Patienten mit einem Stamm angesteckt, gegen den Tamiflu nicht mehr wirkt. Der Erreger soll aber nicht sonderlich aggressiv sein. Zwei Patienten sollen sich bereits erholt haben.
    Doping: Radprofi Pfannberger lebenslang gesperrt
    Die österreichische Dopingagentur hat Christian Pfannberger aufgrund seines zweiten Vergehens lebenslang gesperrt. Pfannberger wurde positiv auf EPO getestet.
    Fall Zogaj: Grazer Bürgermeister fordert Ausnahmen
    Der Grazer Bürgermeister Nagl spricht sich für einen Verbleib der Familie Zogaj in Österreich aus. Generalsekretär Kaltenegger stellte hingegen wieder die Position der ÖVP in dieser Causa klar.
    Banker auf der Kanzel: "Wir leisten Gottes Arbeit"
    Mit Vorträgen versuchen britische Banker, das Image ihres Berufsstandes auf Vordermann zu bringen. Ort des Geschehens: englische Gotteshäuser. In der Londoner City feiert man die Rückkehr der Megabonuszahlungen