Ich werde wissen

Will die Wissenschaft uns etwas erklären, so will die Kunst uns etwas zeigen. Einige Notizen über Werkzeuge und Betrieblichkeit in Kunst und Wissenschaft, über Löcher zwischen den Sätzen und Leerstellen zwischen Konzepten.

Kunst lügt, um die Wahrheit zu sagen? Und die Wissenschaft? Die Wissenschaft erklärt uns die Welt anhand von Bildern, die sie, ohne sie erklären zu können, schon hat? Es ist ein wenig komplizierter: Der Ansatz zu wissenschaftlicher Untersuchung ist selbst nicht wissenschaftlich. Die der Untersuchung vorangehende Wahrnehmung von Phänomenen, die Wahl des jeweiligen Forschungsobjekts schließlich bestimmen sich nach dem Charakter, der Sozialisation des Forschers, der Zeitstimmung, den Problemstellungen, die gerade en vogue sind –schließlich auch im Hinblick auf eine mögliche Verwertung auf dem Markt. Im Verlauf der Untersuchung kristallisiert sich der Untersuchungsgegenstand mit all seinen Facetten erst heraus, schärft sich das Werkzeug des Untersuchenden im Fortgang der Bemühung. Wann eigentlich beginnt ein Wissenschaftler genau zu wissen, was er wissen möchte? In dieser Art Suchbewegung finden wir ein verbindendes Element zur Kunst.

Das ist drin:

  • 0 Minuten
  • 0 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.11.2015)

Meistgelesen