Ist hier der Westen?

Wie verträgt sich das aufgeklärte ethische Konzept des Westens mit kultureller Toleranz und Vielfalt? Über Brüche und Chancen unseres Selbstverständnisses.

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(c) Clemens Fabry

1. Der Universalitätsanspruch unserer Moral. – Man spricht oft von „religiöser“ oder „kultureller Moral“. Damit sind Sondermoralen ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit gemeint. Daneben gibt es von alters her und, im Westen, besonders seit der Aufklärung einen Begriff der Moral, der folgende Charakteristika aufweist: Moralische Prinzipien und Urteile erheben einen Allgemeinheitsanspruch. Sie gelten für alle Menschen unter vergleichbaren Bedingungen. Abgesehen von der religiösen Moral, die einen schwierigen Sonderfall bildet, haben moralische Prinzipien und Urteile im normativen Diskurs das größte Gewicht. Sie können zwar kulturell tradierte und rechtliche Normen nicht ohne Weiteres außerKraft setzen, aber sie dienen der Rechtfertigung und Kritik als oberster Bewertungsmaßstab.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2016)

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