Zwischen Fake und Fakten

Wie kann man in Zeiten ausufernder Falschnachrichten das Echte vom Unechten unterscheiden?Und sind Abwehrmaßnahmen angesichts der rasenden Verbreitung über soziale Medien nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt? Annäherung an ein globales Problem – auch, aber nicht nur in der Fotografie.

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Symbolbild. – (c) imago/imagebroker (imago stock&people)

Im Sommer 2014 verabschiedete sich die 25-jährige niederländische Studentin Zilla van den Born am Amsterdamer Flughafen von ihrer Familie. Fünf Wochen lang wollte sie Südostasien bereisen: Thailand, Kambodscha und Laos waren ihre Ziele. Kaum war sie abgereist, trudelten die ersten Bilder und Reiseberichte auf ihrer Facebook-Seite ein: Aufnahmen, die sie an wunderbaren Stränden und in einer Autorikscha im städtischen Gewühl einer asiatischen Metropole zeigen, bei der Besichtigung von Tempeln, im Restaurant vor einer exotischen Speise. Nichts Ungewöhnliches also: ein Social-Media-Reisebericht, wie er millionenfach publiziert wird. Nur: Zilla van den Born war nie in Asien. 42 Tage lang hielt sie sich inkognito in Amsterdam auf. All ihre Berichte und Bilder waren gefälscht: Die erfahrene Grafikerin kopierte sich selbst in vorgefertigte Bilder aus dem Internet, kombinierte Ansichten, ließ da etwas weg, fügte dort etwas hinzu und bettete das Ganze in glaubwürdig formulierte Geschichten ein. Sogar Skype-Anrufe für ihre Familie inszenierte sie.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.06.2017)

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