Vom Recht, Krieg zu führen

Warum Japan ein „normales“ Land mit einem normalen Heer werden soll. Und wieso zeitgleich die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau ins Wanken kommt. Zur alten neuen Debatte über die Revision der japanischen Verfassung.

Am 24. Dezember 1948 wird ein Mann aus der Haftanstalt Sugamo in Tokio entlassen, der dort drei Jahre als Kriegsverbrecher der Klasse A inhaftiert war: Nobuske Kishi, der Großvater des heutigen japanischen Premierministers, Shinzo Abe. Die amerikanische Besatzungsmacht entscheidet, Kishi nicht vors Tokioter Kriegsverbrechertribunal zu bringen, trotz seiner unrühmlichen Rolle im japanischen Marionettenstaat Mandschukuo in den 1930er-Jahren – und obwohl er zwischen 1941 und 1944 dem Kabinett Hideki Tojo angehörte, das für den Angriff auf Pearl Harbour und den Beginn des Pazifikkrieges verantwortlich war. Auch wenn es aus heutiger Sicht verwundert und widersprüchlich klingt: Der glühende Nationalist Kishi galt den Amerikanern als der beste Mann, Japan in eine proamerikanische und antikommunistische Richtung zu führen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.09.2017)

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