Schloss. Fest. Schießen.

Der Satz, der haften blieb: „Was hat der Herr Gendarm da unten nach den Juden zu stierln? Seien wir froh, dass die weg sind!“ Die Toten des Rechnitzer Kreuzstadls und der Fall Josef Sirowatka: eine Kindheitserinnerung und ihr Widerhall im Heute.

Am Rand eines mühsamen Sommers, als ein neuer Tag den Geruch einer Zeit ankündet, die kommen muss, fing das Kind an zu gehen, den Weg aus dem Dorf, zwei Schritte vor und zurück und dann nur mehr fort, aus dem Haus, aus der Gasse hinaus – durch den kotigen Feldweg, der im Wald mündet und bei jedem Hinsehen entfernter erschien. Links vom Weg dehnte sich breit ein Tal aus, Kornfelder wogten; wie das Meer, dachte es, das das Meer nie gesehen hatte, und hinter diesem Blaudunkel der Horizont, von dem sich die Sonne eben abzuwenden begann. Durch das Meer nicht, morgen früh, vielleicht lässt sich im Morgenlicht die Bernsteinstraße am Horizont sehen. Also zurück durch Morast und Kot.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2010)

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