Tee unter der Autobahn

Früher hat er selbst am Bau gearbeitet. Doch mit 66 Jahren ist er zu alt dafür. Jetzt leitet Yutaka Onishi die Taglöhnergewerkschaft in Nagoya. Seine Klientel? Immer mehr junge Menschen, für die auf dem Arbeitsmarkt kein Platz mehr ist. Nachschau bei den „Working Poor“ Japans.

Treffpunkt vor BicCamera beim Bahnhof Nagoya. Der Elektronikdiskonter hat noch geschlossen. Yutaka Onishi, Chef der Taglöhnergewerkschaft Sasajima, kommt mit dem Fahrrad. Er trägt ein zerrissenes, schmutzig-weißes T-Shirt und Plastikschlapfen. Am Telefon hatte er ziemlich knapp, fast unfreundlich geklungen. Doch er begrüßt mich mit breitem Lächeln. Goldzahn. Das Haar grau meliert, sehr ins Weiße. Wir gehen einige Straßenzüge, er schiebt das Fahrrad neben mir her und fragt mich vorsichtig ein wenig aus, bis er vor einem schäbigen, winzigen Haus stehen bleibt, vor dem sich alte Fahrräder und anderes Gerümpel türmen. Ein heruntergelassener, verrosteter Rollladen im Erdgeschoss. Davor ein kaputter Bürosessel.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2010)

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