Wer den Hype braucht

Am Anfang war „Klimawandel“ nur eine – gut begründete – Hypothese. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde daraus mediale Gewissheit: erst die einer nahenden Katastrophe, schließlich die einer längst gegenwärtigen globalen Tragödie. Zur Karriere eines Begriffs.

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(c) REUTERS (BEAWIHARTA)

Ende vergangenen Jahres, zeitgleich mit der Klimakonferenz von Kopenhagen, kam es unter dem Stichwort „Climategate“ zu einem Erdrutsch in der medialen Darstellung und damit in der öffentlichen Wahrnehmung der Klimaproblematik: Skeptiker und Computerhacker enthüllten, dass einige der Bewertungen, die der Bericht des UNO-Weltklimarates, des Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz IPCC, von 2007 über das Klimawissen auflistete, auf problematischen, übertreibenden Grundlagen basierten und in der Scientific Community durchaus nicht Konsens darstellten. Diese Story liefert seither anhaltend Stoff für journalistische Berichterstattung. „Spiegel Online“ zum Beispiel bot Anfang Mai 2010 einen siebenteiligen Fortsetzungskrimi über die Skandalgeschichte im Wissenschaftsbetrieb. Aber diese Sicht blendet einen Teil der Story völlig aus – die Seite der Medien selbst. Climategate und damit Aufstieg und Fall des Themas Klimawandel verschaffen nicht nur einen Einblick in den Wissenschaftsbetrieb, sondern auch in die Gesetze der Mediengesellschaft.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2010)

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