„Fünfzig Weiber und kein Wasser“

Schriften an der Wand: Einer der beiden Flaktürme im Wiener Arenbergpark, der sogenannte Leitturm, enthält Botschaften aus Kriegstagen. Wie eine Forschergruppe sie entdeckte – und warum sie der Öffentlichkeit vermutlich vorenthalten bleiben.

Achtzig Personen suchen einen Schlüssel. Das heißt: Den Schlüssel haben sie schon, aber er sperrt nicht. Das heißt: Er sperrt schon, aber nicht das Schloss, das er noch vor wenigen Tagen gesperrt hat. Weil dieses gegenwärtige Schloss eben nicht mehr jenes von damals ist. Irgendjemand muss da was getauscht haben. Und so warten an jenem Montagabend dieser Woche 80 Personen in der Landstraßer Spätherbstkühle, und das Ziel ihrer Visite bleibt ihnen verschlossen: der Leitturm im Arenbergpark. Der ist immerhin das historisch wichtigste Wiener Baurelikt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: So viel steht seit Kurzem fest – seit die Architekturhistorikerin Ute Bauer mit den Mitarbeitern ihres Interdisziplinären Forschungszentrums Architektur und Geschichte (kurz IFAG) genau diesen Leitturm systematisch erkundet und ihre Ergebnisse unter dem Titel „Erinnerungsort Flakturm“ vorgelegt hat.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.11.2010)

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