Religion ist Krieg

Es sind männliche Obsessionen, die während der vergangenen 5000 Jahre das bestimmt haben, was wir Religion nennen. Über Gewalt, Kindesmissbrauch und Gottesglauben.

Zuerst die schlechte Nachricht: Der – aus heutiger Sicht fragwürdige – Zusammenhang zwischen religiösen Institutionen und Gewaltbereitschaft ist kulturgeschichtlich seit dem Ende der letzten Eiszeit evident, und zwar im altertümlichen Opferwesen. Die gute Nachricht: Rituelle Menschenopfer sind mittlerweile abgeschafft. Ich darf mich begnügen, auf eine Untersuchung hinzuweisen, die das Thema bereits im Titel signalisiert: „Das Heilige und die Gewalt“, erstmals erschienen 1972, verfasst von dem Literaturwissenschaftler René Girard. Auf sein Thema war Girard bei der Lektüre der „Bakchen“ von Euripides gestoßen. In diesem Theaterstück fand Girard eine Atmosphäre der Halluzination und des Terrors, die er zur Grundlage seiner Religionstheorie machte.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.03.2011)

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