Am Ende des achten Tages

Meine Freundin Mihoko beantwortet endlich meine Mails und sendet aus Kyoto: Alles okay bei ihr. Für alle Fälle habe sie aber ihren Notrucksack gepackt. Als wolle sie mich beruhigen.Eine persönliche Chronologie der Katastrophe.

Am Ende des achten Tages hat Libyen Japan aus den Schlagzeilen verdrängt. Der Tross ist weitergezogen. Die Wochenendzeitungen sind zu Medienkritik übergegangen und zu Hintergrundberichten. Japanexperten, die in der Regel nur dann gefragt werden, wenn etwas passiert, dürfen jetzt sogar schon die Feinheiten der japanischen Sprache erklären, nachdem die seit einer Woche wieder und wieder gestellte Frage: Warum sind die Japaner so ruhig und gelassen angesichts der Katastrophe? in den Köpfen der Medien-Verantwortlichen wohl mittlerweile in die Kategorie: Hatten wir schon, wir brauchen etwas Neues gereiht worden sind.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.03.2011)

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