Das Licht, die Liab, die Treu

Fast sei er „eines Abends während der Vorstellung auf der Bühne“ geboren worden, erzählte Richard Tauber gern. Aber wie war das wirklich, damals, 1891, am „Landschaftlichen Theater“ in Linz? Zur Vorgeschichte eines Jahrhunderttenors.

In Interviews erzählte Richard Tauber launig, wie er unter spektakulären Umständen zur Welt kam: „Es hätte nicht viel gefehlt, dass ich eines Abends während der Vorstellung auf der Bühne mitten im Lied von der Liab und der Treu und der Falschheit das Rampenlicht erblickt hätte.“ An jenem Abend des 16.Mai 1891 habe Richard Taubers hochschwangere Mutter, Setty Seyfferth, gerade noch auf den Brettern des Linzer Landestheaters ihre Partie zu Ende gebracht, bevor sie mit einer Kutsche in ihr 150 Meter entferntes Quartier, den Gasthof „Zum schwarzen Bären“ in der Herrengasse, geführt worden sei, wo sie wenige Minuten vor Mitternacht ihr Kind gebar.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2011)

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