Bei GP-16 scheint alles leicht

Ich nehme den Nachtflug in die sibirische Gashauptstadt Novyj Urengoj. Mich empfängt Regen. Der einzige Lichtblick dieses Morgens ist ein Kissen im Gazprom-Minibus: ein rotes Herz. Unter Gasmännern: Erfahrungen zwischen March, Baku und Polarkreis.

Ich schüttle selber den Kopf über mich, aber es stimmt, ich habe nun ein geschlagenes Jahr im internationalen Gasgeschäft verbracht. Ich habe als Reporter einen Dokumentarfilm gemacht über die wenigen großen Spieler, die das Gasgeschäft beherrschen, über Leute, die Verträge über ein Menschenalter abschließen und immerzu in Milliarden rechnen, über die größten Konzerne der Welt und ein gewaltiges geostrategisches Ringen. Ich wurde immer wieder an den Ausgangspunkt des Dramas erinnert, an den russisch-ukrainischen Gaskrieg vom Jänner 2009, als in Europa kein russisches Gas mehr ankam. An jeder meiner Stationen war irgendwann das Unbehagen vor der schieren Exportmacht des russischen Staatskonzerns Gazprom zu spüren. Früher oder später ging es immer um dasselbe – um die Angst vor den Russen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.11.2011)