Dort im Osten

30.12.2011 | 18:18 |  Von Wolfgang Greber (Die Presse)

20 Jahre Ende der Sowjetunion: Was man als Teenager im Vorarlberg der 1980er vom „Reich des Bösen“ eigentlich so mitbekam.

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Als ich aufwachte, spürte ich sofort den Pelz im Mund. Ich öffnete die Augen, sie brannten, in meinem Kopf stand Hitze. Grummelnd schob ich die Plastikklappe vor dem Fenster hinauf. Draußen war es wolkig und grau, dennoch blendete es mich, denn ich blickte übel verkatert aus dem Flieger. Wir waren im Landeanflug auf Bangkok, unten sah man braungrün gescheckte Reisfelder, in denen kleine, schwarzhaarige Menschen und Ochsen umherstaksten.

Zwischenstopp im British-Airways-Jumbo von London nach Sydney, 19. August 1991. Ich hatte in Canberra einen Ferialjob. Ich war 21, neben mir saß der erste Australier meines Lebens, und wir hatten beschlossen, für uns ein Fest zu geben. Es waren die glorreichen Zeiten, als man im Flieger noch rauchen durfte, und wir tranken und rauchten so wahnsinnig, dass sich sogar die Leute im Raucherbereich aufregten. Später, in einer Bangkoker Flughafenbar, war spürbar, dass etwas nicht stimmte. Menschen starrten in Großbildfernseher. Man sah T-80- Panzer durch eine Stadt rollen. Da waren Männer in grauen Anzügen, die sichtlich nervös vor einem grauen Vorhang eine Pressekonferenz gaben. Ein weißhaariger, stämmiger Typ stand auf einem Panzer und deklamierte irgendetwas. Immer wieder wurde „Coup in Moscow“ eingeblendet, und da fröstelte mich: In Moskau hatte es einen Putschversuch gegeben, gerade als wir trinkend und rauchend über die sowjetische Endlosigkeit geflogen waren. Präsident Gorbatschow sei verhaftet worden, hieß es. Ich dachte daran, dass man in solchen Situationen leicht abgeschossen werden kann. Darauf brauchten wir einen Drink.

Die Sowjetunion war mir physisch nie zuvor näher gekommen als damals. Die grauen Männer wurden rasch verhaftet, der Typ auf dem Panzer wurde später Präsident eines neuen Russlands. Dennoch fühlte ich mich als Kenner der UdSSR. Wenn man über „die Russen“ sprach, klingelte in mir etwas – dabei kam ich aus einem scheinbar ewig sicheren, sauberen und schönen Winkel dieser Welt: aus Bregenz am Bodensee. Von Vorarlberg aus erschienen große globale Dinge wie der Ost-West-Konflikt wie Vorgänge auf dem Mond, sie tun das oft auch heute noch. Und wenn ich von unserer Wohnung im siebten Stock auf den blauen Spiegel des Sees blickte, in dem die untergehende Sonne verrann, und später die Skyline von Lindau am deutschen Ufer golden in die Nacht geschrieben war, schien Gefährliches wie die Sowjetunion sicher hinter den Eisernen Vorhang verräumt. Der war irgendwo im Osten, es gab ihn schon lange, was sollte sich da ändern.

Wie drang diese ferne Sowjetunion bloß in meine bukolische Wohlfühlblase? Nun, vor allem durchs deutsche Fernsehen. Und durch den Vater.

Schon in den 1970ern konnte man nämlich in Vorarlberg nicht nur österreichisches Fernsehen empfangen, sondern auch deutsche Sender. Ich schaute gern Nachrichten, und die Deutschen berichteten viel mehr über Kalte-Krieg-Dinge als der ORF. Dauernd ging es um „Staats- und Parteichef Breschnew“ und „Moskau“, „Staats- und Parteichef Honecker“ und „Ostberlin“, „DDR“ und „BRD“. Ich merkte, dass es einen „Warschauer Pakt“ gab, eine Art Länderklub mit vielen Soldaten und Waffen, der mit den Staaten im Westen nicht gut stand und ein Anhängsel einer gewissen Sowjetunion war. Also hatten auch die im Westen Waffen und Soldaten, aber weniger, und das hieß Nato. So formte sich meine Welt.

Natürlich hatte ich lange keine Ahnung von dem politischen Zeug, das blieb Hintergrundrauschen. „Raumschiff Enterprise“ war wichtiger, und selbst die Invasion Afghanistans 1979 bekam ich kaum mit. Mir prägte sich aber ein, dass man in der UdSSR, dort im Osten, kugelige Pelzmützen trug und in grauen Häusern wohnte, alles wirkte ärmlich und kalt und hölzern, aber sie bauten tolle Flugzeuge, und große Hornbrillen hatten die Männer auch, so wie mein Vater, wie Bruno Kreisky und Eduard Zimmermann, und so sahen Breschnew und Honecker gar nicht so fremd aus.

Karl, mein Vater, kannte „die Sowjets“ persönlich. Er war Jahrgang 1923, die Wehrmacht zog ihn im Herbst 1942 ein, ins Infanterie-Ersatzbataillon 488 nach Lindau. Weil er Medizin studierte, wurde er Sanitäter und kam in den rückwärtigen Raum der Heeresgruppe Süd, nach Zwiahel, das ist der polnische Name für Nowohrad-Wolynskyj in den Sonnenblumenebenen der Westukraine zwischen Riwne und Schitomir. Dann verlegte man ihn zur 4. Panzerarmee, als sie im Juli 1943 in der Operation „Zitadelle“ versuchte, den sowjetischen Frontbogen bei Kursk von Süden einzudrücken. Er sah große Panzerschlachten, als 20-Jähriger, der Himmel war voller Messerschmitts und Schturmowiks. „Am Abend haben wir die Leichenteile eingesammelt“, erzählte Vater einmal, „200 Meter entfernt haben die Russen die ihren eingesammelt.“ Ob man nicht aufeinander geschossen habe, fragte ich naiv. „Sanis tun das nicht“, sagte er. Später war er wieder im Hinterland, bei Kiew und Zwiahel, dort wurde seine Division Anfang 1944 eingekesselt, kämpfte sich frei, Vater wurde verwundet. Er kam weiter zurück ins Hinterland, diente in Lazaretten in Bayern und in Lazarettzügen, die Verwundete aus Russland und Norwegen zurückbrachten. Zu Kriegsende setzte er sich nahe Würzburg im Norden von Bayern ab, nahm irgendein Fahrrad und radelte nach Vorarlberg.

Vater hatte viele Bücher über den Krieg herumstehen, in denen ich oft blätterte. Er sprach aber selten vom Krieg. Wie soll man mit einem Zehnjährigen auch über so komplexe Sachen reden, wenn selbst Erwachsene sich mit Begriffen und Namen wie Panzerkorps und Stoßarmee, Guderian und Schukow schwertun. Und dann war da die Sache mit den Massenmorden. Also blieb das, was er mir über die Sowjetunion vermittelte, Splitterwerk. Etwa, dass er im Winter dort so entsetzlich gefroren habe. Oder dass ein russischer Soldat von einer Handvoll Sonnenblumenkernen am Tag leben konnte.
Als wir im Sommer 1981 Wien und Eisenstadt besuchten, war mir, als fahre man in einen Sack. An der Grenze war ja Schluss, dahinter waren die Kommunisten, die wollten einem alles nehmen, sagte Vater, und dass sie nicht gut sein konnten, merkte ich, als wir vor der polnischen Botschaft vorbeikamen und davor demonstriert wurde. Ich wusste, dass es in Polen Unruhen gab und der dortige Ministerpräsident auch Hornbrille trug. Vater meinte, die Polen wollten die Sowjets loswerden, die hätten die Macht im Land und unterdrückten die Polen und Ungarn und überhaupt alle im Osten. Dabei seien die Menschen dort fleißig und anständig. In einem Merkur-Markt entdeckte ich jene illustrierten Militärtaschenbücher des Heyne Verlags, in denen die Briten John Bachelor und Ian Hogg etwa über „Die Geschichte der Artillerie“ und „Kriegsschiffe 1939–1945“ schrieben.

1982 begannen sich die Welt und ihre Vorgänge darin für mich aufzuklären. Doch dann, Ende Oktober, starb Vater. So riss meine persönliche Verbindung zu früher, zum Krieg und zur Sowjetunion, ab, denn auch Mutter und meine Großeltern waren schon tot. Breschnew verschied etwa zwei Wochen später ebenfalls. Das war für mich etwas Symbolisches. Wie ein Zeitenende. Und plötzlich fielen Schatten des Kalten Krieges auf meine selbstzufriedene Heimat: 1982 wurde der ÖBB-Güterbahnhof in Wolfurt südlich von Bregenz eröffnet, was für Aufsehen sorgte. Natürlich sorgt in diesem kleinen Land jedes Projekt, das größer ist als ein Einfamilienhaus, für Aufsehen, aber nun schrieben die „Vorarlberger Nachrichten“, dass der Bahnhof ein gefährliches Ding sei: Wegen seiner strategischen Bedeutung sei er nämlich im Kriegsfall ein Ziel – für sowjetische Atomraketen.

Damals stand Westeuropa, vor allem die BRD, im Bann der Rakete. Die Nato hatte beschlossen, „Pershing II“-Atomraketen und Marschflugkörper zu stationieren, es war die „Nachrüstung“ als Antwort auf die SS-20 der Sowjets. Ende 1983 kamen die Pershings nach Baden-Württemberg, das Land grenzt an den Bodensee, man sieht sein Ufer von Bregenz aus. Einige kamen nach Kettershausen nahe Ulm, 80 Kilometer im Norden. „Petting statt Pershing“, las ich. Jetzt war der Weltkonflikt so nah. Überhaupt war 1983 ein heißes Jahr: Ein Sowjet-Jagdflieger schoss einen südkoreanischen Zivil-Jumbo ab, US-Truppen besetzten Grenada, weil es hieß, die Sowjets bauten dort eine Basis. In Deutschland gab es Friedensdemos, US-Präsident Ronald Reagan ließ massiv aufrüsten und machte den Sowjets Druck. Ich fand das okay, denn das waren ja die Bösen – und ich hasste es, wenn die Leute „Russen“ sagten, es heiße „Sowjets“, sagte ich unwirsch, obwohl ich lange nicht wusste, was das bedeutet.

1983 begannen auch all diese Dritter-Weltkrieg-Filme wie "Wargames" und "The Day after", was 1986 mit dem Zeichentrickfilm "When the wind blows" einen, wie ich schon damals fand, dämlichen Höhepunkt hatte. Jahre später las ich, dass die Luftraumkontrolle der UdSSR am 26. September 1983 irrtümlich den Anflug von US-Raketen angezeigt hatte. Nur weil der diensthabende Offizier namens Petrow einen Fehlalarm annahm, sei ein Gegenschlag unterblieben. Was Breschnews Nachfolger Juri Andropow indes so machte, blieb mir verborgen – und bald war auch er weg. Als er am 9. Februar 1984 starb, wurde die Todesnachricht in schwarzen Lettern ins Nachmittagsprogramm des ORF eingeblendet. Ich sah das in der Schule, und irgendein neunmalkluger Mitschüler, der vermutlich später Politikwissenschaft studierte, meinte, jetzt würden bald die Russen kommen.

Ich aber ging im Sommer nach Südengland auf einen Sprachkurs. Und dort geschah etwas, was ich als Erleuchtung empfand: In einem Supermarkt fiel mir ein Taschenbuch auf. Auf dem schwarzen Cover war eine Weltkugel abgebildet, aus Europa loderten grelle Flammen, und darüber stand in dicken, weißen Buchstaben: „The Third World War“. Der Autor war Sir John Hackett (1910 - 1997), gebürtiger Australier, später britischer Offizier. 1944 führte er eine Fallschirmjägerbrigade bei der Luftlandeoperation gegen Arnheim, später wurde er General und befehligte in den 1960ern die Britische Rheinarmee. 1978 schrieb er mit Koautoren "The Third World War". Das Buch handelt vom Dritten Weltkrieg, der im August 1985 großteils in Europa stattfindet, und ist so geschrieben, dass es von 1987 auf den Krieg, seine Ursachen und Folgen zurückblickt. Dazu sind fiktive Erlebnisberichte eingeflochten, etwa von deutschen Panzersoldaten und US-Piloten, sowie Landkarten und Lageberichte aus dem Kreml und dem Weißen Haus.

Jedenfalls stoßen am 4. August 1985 40 Divisionen des Warschauer Pakts in die BRD, nach Nordnorwegen und Österreich. Die Nato verliert in Norddeutschland schnell an Boden, vier Tage später stehen die Sowjets in Holland. In Süddeutschland dringen sie weit vor, fast bis Stuttgart. Italien scheidet sofort aus der Nato aus. Die Front in Mitteldeutschland aber hält, und der Westen zeigt sich technisch und in der Luft überlegen. Dann bringen Geleitzüge aus Nordamerika Verstärkung, unter hohen Verlusten durch Bomber und U-Boote, doch mit diesen Truppen und Reserven anderer Nato-Staaten beginnt eine Gegenoffensive, die den Warschauer Pakt zurückdrängt.

Als Einheiten mehrerer Pakt-Staaten wie Polen revoltieren und in Randrepubliken der UdSSR Aufstände ausbrechen, geht Moskau aufs Ganze: Birmingham wird durch eine SS-17-Atomrakete zerstört, um Frieden zu erzwingen. Amerikanische und britische Atomraketen äschern darauf Minsk ein. Dann kommt das Unerwartete: Eine von Ukrainern dominierte Gruppe im KGB putscht am 22. August im Kreml. Der sowjetische Präsident, dessen Name nur mit "Vorotnikow" angegeben wird, wird erschossen. Der Krieg endet, die UdSSR zerfällt.
Ich musste oft das Wörterbuch benutzen oder die Gastfamilie fragen. Oft lag ich beim Lesen auf dem Spannteppich des Wohnzimmers, in der Hi-Fi-Anlage lief Howard Jones, meist dieselbe Kassette, „Human's Lib“ hieß sie, und so entspann sich in meinem Kopf ein Film samt Soundtrack zum Buch: Ich sah Panzer aus Wäldern brechen und Flugzeuge ins Meer krachen und das Mündungsfeuer der Artillerie, die deutschen Autobahnen waren voller Flüchtlingstrecks, es roch nach Teppich und englischem Tee, dem mit dieser süßlich-rahmigen Milch. Noch heute kann ich diesen Satz auf Seite 305 auswendig: „Further south little Austria had been brutally brushed aside. Two or three brigades of good mountain troops were fighting on with the French and Germans in Bavaria, and older folk in Graz were remembering again how things had been in an occupation by Russian soldiers once before.“ Ich staunte über die Karte vom Frontverlauf am 15. August: Das 2. Deutsche Korps in Bayern war an die Vorarlberger Grenze zurückgedrängt, am Arlberg standen sowjetische Truppen. Sie sollten aber nicht weiter kommen.

Auf der Rückreise fragte uns diese grün angehauchte Begleiterin der Sprachschule, was man so gelesen habe. Ich zeigte ihr das Buch – da wurde sie richtig grantig: Das sei militaristisches Zeug, so etwas müsse man nicht lesen. Da fragte ich mich zum ersten Mal, wieso man sich dafür schämen sollte, wenn man sich mit solchen Dingen beschäftigt – und ob es wirklich einen guten Menschen, ja einen Pazifisten gar ausmacht, wenn er von dem, was er als schlecht ablehnt und bekämpft, im Grunde gar nichts wissen will.

Ich begann, das Buch ins Deutsche zu übersetzen, auf einer Schreibmaschine. Ich arbeitete ein halbes Jahr daran und war fast fertig, als ich sah, dass es natürlich eine deutsche Fassung gab. Und obwohl alles Fiktion war, zitterte ich auf den 4. August regelrecht hin. Anfang 1985 schrieb ich an Hans Benedict, den ORF-Journalisten, dessen „Auslandsreport“ ich liebte, dass er doch eine Sendung dazu machen solle. Er antwortete nie. Aber kurz vor diesem Datum traf mich fast der Schlag: Im nächsten Auslandsreport ging es um den „Third World War“! Ich war fürchterlich aufgeregt. Doch es kam eine gewaltige Enttäuschung: Ich durfte die Sendung nicht sehen. Sie lief zu spät in der Nacht, mein Vormund verbot es, da half kein Zetern, kein Streit, die Vorgeschichte glaubte man mir nicht und so eine Politsendung sei eh „nix“. Ich hätte am liebsten das Haus angezündet. Als ich dann am 4. August aufwachte, stand die Welt noch immer.

Ja, der Krieg. Er kam nicht, und auch nicht später, denn da war jetzt Gorbatschow, es gab Friedensgipfel, und der UdSSR ging es schlecht. Wäre der Krieg aber gekommen, auch nach Österreich, wären viele Vorarlberger gegangen – nicht ins Bundesheer, sondern in die Schweiz. „Die haben eine anständige Armee, in der Schweiz ist man sicher. Unser Heer kann ja nichts!“, sagte etwa Bernd, ein Schulfreund. Das sagten bei uns viele. Jahre später, während der Jugoslawienkriege, schimpften dieselben Leute über die Flüchtlinge vom Balkan. Die sollten gefälligst dort bleiben.

Am Ende schien der komische kommunistische Klotz im Osten immer noch Freunde im saturierten Ländle zu haben. Etwa Herrn Gmeiner, meinen Englischlehrer. Irgendwie war er ein verkappter Commie, ziemlich links und Anti-Reagan. 1987 hieß bei einer Schularbeit das Thema, wie es mit der Welt in den 1990ern weitergehen könnte. Ich tippte aufs Ende der UdSSR: „The Soviet Union is going to crumble under its internal pressures“, schrieb ich und zog über dieses System her. Ich hatte seit Langem auch seine Militärmacht begriffen, hatte darüber in Büchern wie „Waffen und Uniformen der Sowjetarmee“ oder „Die Armeen der Warschauer-Pakt-Staaten“ gelesen. Ich kannte die T-62-Tanks und ZSU-23-Flakpanzer, die Kreuzer der „Kiew“-Klasse und SS-irgendwas-Atomraketen. Und Sätze wie: „Sowjetische Soldaten sind an äußerste Härte gewöhnt.“

Ich war aber überzeugt, dass sich die UdSSR das alles nicht länger leisten konnte – das konnte man ja auch schon in Magazinen wie „Time“ lesen, und im Fernsehen sah man, dass es in der Sowjetunion immer mehr Wirbel gab.

Ich bekam eine Eins auf den Aufsatz, schließlich hatte ich fast keine Fehler gemacht. Doch in roter Schrift stand darunter ein Kommentar: „Guter Text“, aber meine „unausgegorene politische Meinung“ solle ich in Hinblick auf die UdSSR „nicht so heftig vertreten“.

Am Ende ging dann alles schnell, ich saß verkatert im Flieger. Am 31. Dezember 1991 feierten wir auf einer Hütte bei Dornbirn im scheinbar ewig sicheren und sauberen Vorarlberg Silvester. Wir waren übel betrunken. Irgendwann war die Party vorbei. Und die Sowjetunion auch. Die hat sich in derselben Nacht aufgelöst. Und mir blieb nur ein Pelz im Mund.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.12.2011)

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1 Kommentare
Gast: Da Solzburger
01.01.2012 08:09
0 0

Nieder mit Hrn. Gmeiner !

Lb. Hr. Greber - da sind wir Brüder in der Prägung. Dieselben Heyne-Bücher, dieselben Gedanken über WaPa und NATO, dieselben Troubles mit linksgrünen Mainstream-Zeitgenossen die dem an Militärischem Interessierten sofort zum Militaristen stempeln, der alle Probleme der Welt samt Geseellschaft mit mil. Mitteln lösen wolle...

Diese Schublade könnt falscher nicht sein, Soldaten sind vielmehr die besten Pazifisten. Sie wissen wenigstens was real auf sie zukommt wenn Politiker überschnappen oder scheitern. Der Rest unserer Gesellschaften in Europa würden genauso unvorbereitet in einen Konflikt stürzen wie - Ironie - die Neutralen im Mai 1940.

Aber Ihr und unser Wissen bzw. Interesse sind trotzdem wertlos bzw. absolutes Minderheitenprogramm - erkennbar daran dass man gerade das Bundesheer zerstört so wie man einen alten Dachboden in die Mulde tritt... Dass die Rechten die Einzigen sind die dagegen auftreten macht Alles für Typen wie Ihre Sprachferienleiteren wieder mal viiiiel leichter. Soldaten = Faschisten, so einfach ist die rosagrüne Welt... (Was is übrigens wenn das "Friedensprojekt" Europa scheitert...?)

Hatte Ihnen als Wiener gegenüber dem Xiberger übrigens was voraus, wir fuhren den ganzen Kommunismus zur Familie meiner Mutter nach Schlesien und diese ZSU und T-72 und sogar SS-20 sah ich oft selbst, denn wegen deren Übungen gabs oft km-lange Staus... Beim ÖBH übrigens Stafdienst ausgefasst, als man beim Lochgraben nach dessen Sinn angesichts von Mi-24s fragte...

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