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Über ein totes Kind wächst kein Gras drüber

27.01.2012 | 18:43 |  Von Josef Winkler (Die Presse)

Diese Woche erhielt er feierlich das Große Silberne Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich. Ein Gratulationsschreiben an den Landeshauptmann von Kärnten.

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Sehr geehrter Herr Dörfler! Als Erstesgratuliere ich Ihnen von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzer Lunge, von ganzer Milz, von denganzen Nieren und von der ganzen Leber zum Großen Silbernen Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich. Sie haben es wahrlich verdient und trotzdem genommen. Bereits im September 2011 habe ich Ihnen auf drei Zeitungsseiten einen offenen Brief geschrieben. Es war, wie ich meine, eine ordentlich verbaleHerausforderung, die Sie nicht angenommen haben. Sie haben dazu weder „Muh!“, geschweige denn „Mah!“ gesagt. Diese Post aus Indien für den Kärntner Landeshauptmann, in der ich gegen Korruption, Geldverschwendung, Geldvernichtung und Schmiergeldzahlungen geschrieben habe, ist heute noch im Internet unter dem Titel „Sonnenkönig auf der Bierkiste“ nachlesbar.

Ich sage wieder, und man wird es Ihnen noch öfter unter oder über die Nase reiben, wie man so sagt, dass Sie mit Steuergeldern das Autowrack des auf tragische Weise tödlich verunglückten Jörg Haider um 40.000 Euro gekauft haben. Jeder Bürger dieses Landes muss für die Entsorgung eines kaputten Autos bezahlen, während Sie offenbar kein Problem damit haben, in die Steuergeldkasse zu greifen und für einen Schrotthaufen 560.000Schilling hinzublättern.Sie haben mit Steuergeldern das Grundstück an der Todesstelle gekauft,damit man dort einMarterl aufstellen konnte, einen kleinen, amengen Straßenrand garnicht ungefährlichen Pri-vatfriedhof, auf dem heute noch, jeden Morgen, pünktlich um 6.00 Uhr, über 50 Kerzen angezündet werden. Sie haben auf Steuergeldkosten in der Höhe von 7000 Euro ein Haider-Denkmal, das aus acht Paar einanderschüttelnder Hände zwischen zwei hochgestellten Steinen besteht, in der Nähe des Gurker Doms einbetonieren lassen, eine Kitschskulptur, die nichts anderes als ein Symbol für den Handshake der Schmiergeldschmutzfinken ist. Im Botanischen Garten in Klagenfurt, in einem Bergbaumuseum, einem ehemaligen Nazistollen, wurde von den Totenkultpolitikern Ihrer Partei ein Haider-Museum errichtet, das ebenfalls aus Steuergeldern finanziert wurde. 80.000 oder 40.000 Euro soll dieses Museum gekostet haben, keiner weiß genau, wie viel, warum soll man sich auch in die goldenen Karten schauen lassen, wenn es um lächerliche Steuergeldbeträge geht, die mir nichts, dir nichts gehören. Das Kärntner Staatsbegräbnis für Jörg Haider hat mit allem Drum und Dran um die 150.000 Euro gekostet. Der luxuriöse Leichenschmaus im Konzerthaus hatte das Niveau eines Staatsbanketts. Allein für Partezettel und Blumenkränze hat man18.774,79 Euro ausgegeben. Als Jörg Haider noch Landesrat war, sah ich in meinem Heimatdorf ein Wahlkampfplakat, auf dem stand: „Der Jörg, der traut sich was!“ Ja, der Jörg, der sich selber einmal als Robin Hood stilisiert hat, um die Mächtigen und Korrupten das Fürchten zu lehren, hat sich wirklich was getraut. Er hat es auch selber angekündigt! Heute wissen wir, dass Jörg Haider der größte politische Bankräuber der Zweiten Republik war.

Vor ein paar Monaten haben Sie, HerrDörfler, der Öffentlichkeit mitgeteilt, dassSie immer wieder Verkaufsangebote für den Unfallwagen von Jörg Haider bekommen, den Sie als Gralshüter eines berühmten Autowracks nach wie vor an einem geheimen Ort inKärnten unter Verschluss halten, und dass jemand für diesen Schrotthaufen 100.000 Euro bezahlen würde. Sie habendie Konservierung diesesWagens mit dem Hinweis begründet, dass er noch für Untersuchungen zum Unfallhergang gebraucht werden könnte. Inzwischen sagten Sie auch: „Ich glaube nicht, dass weitere Überprüfungen nötig sein werden. Vielleicht verkaufen wir den VW Phaeton einmal für einen sozialen Zweck. Das wäre im Sinne Jörg Haiders sicher nicht falsch!“ Woher wissen Sie, dass Jörg Haider daran interessiert gewesen wäre, ein Dienstauto, in dem er selber auf eigenes Verschulden tödlich verunglückt ist, einen Totenwagen, einen Leichenwagen also, zu verkaufen, also ein Geschäft mit seinem Unglückswagen zu machen und den Erlös daraus einem „sozialen Zweck“ zuzuführen? So ein primitiver Mensch war Jörg Haider nicht! Herr Dörfler, hören Sie endlich auf mit diesem Totenkult, mit diesem unwürdigen, makabren Kasperltheater. Lassen Sie dieses Autowrack auf einem Schrottplatz verschwinden, und haben Sie den Anstand und greifen Sie in ihre eigene Tasche, und zahlen Sie die 40.000 Euro an die Landeskasse zurück.

Aber worum geht es denn bei dieser Art von Totenkult? Wie wir wissen, ist für totalitäre Staaten das Begräbniszeremoniell überlebenswichtig nach dem Tod ihrer Herrscher, denn es gibt keine bessere Gelegenheit, die Masse unter Kontrolle zu halten. Jörg Haider ist im Herbst 2008 gestorben, im darauffolgenden Frühjahr 2009 waren Landtagswahlen. Bald sah man die Wahlplakate Ihrer Partei ausgerechnet mit religiösen Sprüchen auf der Straße. Auf diese Art und Weise hat man die Einäscherung Ihres verehrten Herrn und politischen Meisters bis zum Wahltag am Köcheln gehalten und auchordentlich an Stimmen dazugewonnen. Diktatur haben wir keine, aber es wird Ihnen auch nicht gelingen, mit ihrem zweispännigen Mölltaler Corps – der eine mit Halstuch, der andere ohne Halstuch – aus Kärnten ein autokratisches Land, also „Unterösterreich“, zu machen. Wie im politisch Kleinen, so im politisch Großen!

Wenn Sie und Ihre FPK-Partei sowie das röm.-kath. christlich-soziale Beiwagerl der Kärntner ÖVP imstande wären, eine menschliche und menschenwürdige Sozialpolitik zu gestalten, bräuchten Sie nicht damit zu spekulieren, einen Totenwagen zu verscherbeln. Kaum war Jörg Haider unter der Erde, haben Sie es als Landeshauptmann von Kärnten, der doch eine gewisse Vorbildwirkung haben und der auch auf der Seite der Erniedrigten und Beleidigten stehen sollte, zugelassen, dass den Ärmsten der Armen die Heizkostenzuschüsse gekürzt wurden. Der Winter ist noch lang. Sie und Ihre Familie haben mit Ihren 16.000 Euro Monatsgehalt sicher nicht gefroren, und es erwartet Sie auch ein warmes Osternest, aber viele Familien in diesem Land hatten zu Weihnachten keine bacherlwarme Stube, und unter dem Christbaum ist auch nicht so viel gelegen wie bei Ihnen zu Hause.

Sie waren zutiefst empört und haben voneinem politisch motivierten Urteil gesprochen, als Ihr Landeshauptmannstellvertreter,Uwe Scheuch, in der ersten Instanz, also nicht rechtskräftig, zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Uwe Scheuch – der Herr ohne Halstuch – hat nun einmal in einerprekären Angelegenheit sein Maul zerrissen, jetzt hängen ihm halt die Lefzen herunter, es ging schließlich um Korruption. „Kamele sindschön“, sagt Mark Twain, „und ihre lange Unterlippe verleiht ihnen einen überaus doofen Ausdruck. Sie haben riesengroße, platte, gegabelte, kissenartige Füße, die im Staub eine Spur hinterlassen wie eine Torte, aus der ein Stück herausgeschnitten ist. Sie sind nicht wählerisch in ihrer Kost. Sie würden einen Grabstein fressen, wenn sie ihn zerbeißen könnten.“ Uwe Scheuch hat nach diesem Urteil weder seine Ämter zurückgelegt, noch ist er als Landeshauptmannstellvertreter zurückgetreten, er kassiert nach wie vor monatlich 11.000 Euro aus Steuergeldern. Sein Bruder, der Klubobmann Ihrer FPK-Partei, der Kurti Scheuch – der Herr mit Halstuch – hat den Richter sogar eine „Kröte“ genannt. Da kann man Ihnen nur gratulieren, mit welchenLeuten Sie gemeinsam arbeiten und Ihre so „staats- und landtragende“ FPK-Partei, das Kärntner Anhängsel von Charly Straches österreichweiter FPÖ, repräsentieren dürfen. Da sie ja kein Schmerzensmann sind, könnten Sie sich dafür als Landeshauptmann selber das Große Goldene Ehrenzeichen desFreistaates Kärnten zusprechen und von der einen gewaschenen Hand in die andere überreichen.

Erinnern wir uns, obwohl das Gras ständig weiterwächst! Um die Mittagszeit des 15. Oktober 2007, wenige Tage, bevor ich mit meiner Familie nachMexiko reiste zum Diáde los Muertos, wurdein Klagenfurt an einerKreuzung, die seit einem Dreivierteljahr eine Baustelle und nur ein paar hundert Quadratmetergroß war, ein bei Grün über den Zebrastreifen gehender neunjährigerBub, der gerade von der Schule kam, von einem Lastwagen überfahren und getötet. Um das neue Fußballstadion schneller fertigstellen zu können, in dem im Juni 2008 in Klagenfurt drei Europameisterschaftsspiele stattfinden sollten, also viereinhalb Stunden internationaler Fußball gespielt werden sollte, wurde von dieser Kreuzung, an der sich der tödliche Unfall ereignete, immer wieder Personal zu Arbeiten ins Fußballstadion abgezogen. Ich wohne keine 200 Meter von der Unfallstelle entfernt. Oft sah man gar keine Arbeiter auf dieser Baustelle, unzählige Anrainer und besonders die Geschäftsleute haben weit über ein halbes Jahr darüber geklagt. Die Baustelle wurde von der Firma Zwick eingezäunt. Der Herr Zwick war damals Vizebürgermeister von Klagenfurt und Finanzreferent. Weinend ist der Vater vor seinem auf der Straße liegenden toten Kind gekniet, hat seine schneeweiße Hand gestreichelt und geschrien: „Sie haben meinen einzigen Sohn überfahren!“ Vom Omnibus aus, der im Verkehr ins Stocken geraten war, sahen Schulkinder den sterbenden, noch zappelnden Jungen auf dem Asphalt liegen. Ein Arzt, der schnell zur Stelle war, konnte nur mehr den Tod des Buben feststellen, dessen Kopf sich vergrößert haben und dessen Haut schneeweiß geworden sein soll. Der Leichenwagen blieb im Stau stecken.

In dem für die Bevölkerung völlig überraschenden Aufgrabungs-, Bau- und Asphaltierungswahn für die Fußballeuropameisterschaft gab es auf den Straßen unzählige Hindernisse und Verkehrstafeln, die einem auf Schritt und Tritt begegneten, und so haben die verantwortlichen Straßenbauer, die Sensenmänner von Klagenfurt, schließlich den Tod buchstäblich aus dem Asphalt gestampft,er musste kommen, und ein Kind musste dran glauben. Über eine Stunde lang soll der tote Bub auf dem Asphalt gelegen sein, bis er in einen provisorischen grauen Zinnsarg gelegt wurde. „Nach diesem Unglück“, sagtemeine Frau zu mir, die neben meiner vierjährigen Tochter im Flugzeug von Atlanta nach Mexico City saß, „warst du eine Woche lang unansprechbar.“ Das Unglück ist schon ein paar Jahre her, aber noch heute wache ich manchmal schweißgebadet und mit heftig schlagendem Herzen in der Nacht auf und sehe dieses mich zutiefst erschütternde Zappeln des Buben vor mir, seine letzten Todeszuckungen auf dem Asphalt.

Alle maßgeblichen Politiker hatten nur die rechtzeitige Fertigstellung des Stadions imKopf, das jetzt leer steht, täglich 13.000 Euro kostet und das auch Udo Jürgens einen „Klotzam Bein“ der Stadt Klagenfurt genannt hat. Sie, Herr Dörfler, waren damals Landeshauptmannstellvertreter und Verkehrsreferent. Sie hätten politisch dafür sorgen können, dass diese verhältnismäßig kleine Baustelle so schnell wie möglich abgeschlossen wird. Ich mache Sie nicht für den Tod dieses Kindes mitverantwortlich. Ich bin nur nach wie vor der Auffassung, dass den Lenker dieses Lastwagens der Schilderwald irritiert haben könnte, doch wo, außer auf dem Zebrastreifen und bei Grün, sollen denn unsere Kinder sicher über die Straße gehen? Aber Siesorgen schon für die Sicherheit unserer Kinder, da haben wir keine Zweifel, neuerdings sehe ich Sie auf einem Plakat abgebildetmit dem Sprüchlein: „Sichtbar sicher. Sicherheithat Vorrang.“ Wie sagt der große ungarische Dichter Péter Esterházy: „Weißt du, mein lieber Freund, Sätze sagen, das kann ich auch.“ (Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man uns außerhalb des Wahlkampfes die Politikergesichter auf Plakaten ersparen sollte.)

Als Sie auf den Tod dieses Kindes angesprochen wurden, meinten Sie in Ihrer weithin bekannten, landläufigen und bescheidenen Ausdrucksweise ganz lapidar: „Das kannüberall passieren!“ Der Magistrat der Landeshauptstadt Klagenfurt war nicht imstande, der Familie des überfahrenen Kindes einen zinsenlosen Kredit für die Begräbniskosten zu gewähren. Nun wissen wir aber, dass das Begräbnis für Jörg Haider ungefähr 150.000 Euro gekostet hat und man für Totenkult ebenso viel ausgegeben hat, also imGanzen um die vier Millionen Schilling aus Steuergeldern. Und jetzt denken Sie auch noch daran, Jörg Haiders Totenwagen um 100.000 Euro zu verkaufen. Was soll denn das heißen? Ist es eine menschlich-moralisch-pietätvolle Wiedergutmachung beim Steuerzahler mit dem Vorwand sozialer Zweckmäßigkeit? Ich weiß nicht, ob dieser Lastwagen, unter dem der neunjährige – ich weiß es: „lebensfrohe“ –Bub gestorben ist, noch existiert oder ob er schon auf einem Autofriedhof gelandet ist, und ich weiß nicht, wie viel denn nun im Vergleich zum prominenten Totenwagen dieser ebenfalls tödliche Lastwagen wert ist. Auch 100.000 Euro? Oder mehr? Oder weniger? Oder gar nichts? Immerhin haben Sie es zustande gebracht, nachdem Egyd Gstättner und ich ein paar Zeichen gegeben haben, an der Unglücksstelle einen kleinen Gedenksteinaufzustellen, der aber das Kind auch nicht mehr von den Toten erwecken konnte. Über ein totes Kind wächst kein Gras drüber. Und wie sagte Billie Holiday: „Es braucht Jahre, bis Gras über eine Sache gewachsen ist, und da kommt dann ein blöder Esel und frisst das Gras wieder ab.“

Genießen Sie das Große Silberne Ehrenzeichen am Bande. Lassen Sie auch Ihre Parteifreunde, den einen Mölltaler Bauern (mit linksangina Halstuch) und den anderen Mölltaler Bauern (ohne rechtskräftiges Halstuch),herunterbeißen vom ehrwürdigen Keks. Beimkommenden, von Ihnen erfundenen „Balldes Landeshauptmannes“, der nichts anderes als ein Selbstbeweihräucherungsfaschingskrapfen ist, für den Sie 25.000 Euro Steuergeld zur Verfügung stellen wollen, könnten Sie dieses Ehrenzeichen stolz amOberarm tragen oder um Ihren Hals binden, demnächst schon. Viel Freude und Erfolgwünsche ich Ihnen weiterhin beim Bieranstechen. Bevor Sie groß in die Politik eingestiegen sind, waren Sie Direktor der„Schleppe Brauerei“ in Klagenfurt. Auf der unappetitlichen, nach muffeligem Jagdeifer riechenden braunen Hirschlederschürze, dieSie beim Bieranstechen um Ihren wohlleibenBauch schnallen, sieht man immer wieder die Aufschrift „Schleppe Bier“. So einer sind Sie also, Herr Dörfler! Sie machen Schleichwerbung für eine Brauerei, in der Sie einst gearbeitet und Ihr Geld verdient haben. Das ist nicht korrupt, das hat nichts mit Korruption zu tun, wirklich nicht. Und: Jörg Haider hat mir im Jahr 2008 schriftlich zum Georg-Büchner-Preis gratuliert. Stört Sie das? ■

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.01.2012)

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12 Kommentare
Gast: edwige
06.02.2012 03:31
2 0

Tja, wenn man Hunger hat

soll man nicht einkaufen, heißt es. Und wenn man wütend ist, sollte man sich beim Verfassen eines Pamphlets - oder wie auch immer man dieses Machwerk nennen soll - zumindest soweit abkühlen, dass man Zeit für die Bedienung der Leertaste findet.
Unfassbar, dass man so etwas von einem Qualitätsmedium vorgesetzt bekommt!

Censeo
04.02.2012 23:18
0 0

Mehr als ein totes Kind

Ergreifendes Klagelied eines angesehenen Büchner-Preisträgers in Form eines bitteren Glückwunschbriefes an den Regierungschef eines gesellschaftlich ins moralische Elend verfallenen Bundeslandes.

Den grauenhaften Tod eines Kindes empfindet der kärntner Dichter als erschütternde Metapher über sein Land, in welchem eine mit dem Landesoberhaupt ans Ruder gekommene Gruppe von schamlosen, leichtfertigen politischen Rüpeln zu einer beängstigenden Verwilderung und Verrohung des politischen Lebens geführt hat. Die Tugenden kultivierter Demokratie, wie Korrektheit, Fairness, Anstand und Toleranz wichen der derben Grobheit von Fußballrowdies.

Die Alten, vermutlich auch die eigenen Großeltern dieser jungen Helden, überkommen grauenhafte Erinnerungen daran, was geschieht und geschehen ist, wenn man so eingestellten Männern schneidige braune oder schwarzer Uniformen mit Koppel, Dolch und Schirmkappen anzieht. Schrecklicher Weise ist nicht auszuschließen, dass manche garnicht recht wissen, was 1933 bis 1945 geschehen ist und man sagen muss: Herr, sie wissen nicht, was sie tun. Wer ist daran Schuld ? Die Schule, die Eltern, die Lehrer ?

Wahrscheinlich wir alle. Uns Kärntnern kann man die bittere Wahrheit nicht ersparen: Wir haben die Täter selbst rechtsgültig demokratisch gewählt.

Übrigens gleich wie auch schon früher einmal die zwei aus Oberösterreich stammenden geistigen Urheber dieses Übels. Dass sich die beiden mittlerweile umgebracht haben, ändert nichts daran.

Antworten Gast: justerix
05.02.2012 20:35
1 0

Re: Mehr als ein totes Kind

Ja, wirklich eine ergreifende Hasstirade!

Gast: Gabriele K.
02.02.2012 12:10
1 1

Weder paranoid - noch Hasstirade

Josef Winkler nennt die Dinge einfach beim Namen. Unfassbar, daß es Menschen gibt, die die Politik und ihre Vertreter in diesem Bundesland auch noch verteidigen!

Antworten Gast: Literaturfan
03.02.2012 18:33
0 0

Re: Weder paranoid - noch Hasstirade

Der Mann nennt nicht die Dinge nur einfach nur beim Namen, sondern macht das in einer Art und Weise die m.E. nur ein Schriftsteller zustande bringt.

Antworten Gast: justerix
03.02.2012 10:26
1 1

Re: Weder paranoid - noch Hasstirade

Ich bin weder Kärntner noch Anhänger der FPK oder des BZÖ; aber was dieser Herr von sich gibt, sind einfach nur Gehässigkeiten; was hat denn z.B.der Neubau eines Stadions mit einem tragischen Verkehrsunfall zu tun? Wer hier einen Zusammenhang herstellt, sollte sollte vielleicht wirklich einen Arzt aufsuchen....

Antworten Gast: gustav gast
02.02.2012 18:10
1 0

Re: Weder paranoid - noch Hasstirade

Ja, die sind des gleichen Geistes wie jene, welche Kritik an FIDESZ mit linker Indoktrination erklären...

Gast: Harald Krauss
02.02.2012 09:37
1 0

Sollte es Kärntner geben, die gerne lesen ...

... dann hat Herr Bürgermeister Scheider einen Tipp parat: "Darüber hinaus kann man in allen Buchhandlungen Klagenfurts stundenlang in Büchern lesen, ohne etwas dafür zu bezahlen." (findet man schnell, wenn man die "Stadtbibliothek Klagenfurt" googelt.)

Ich bin froh, 1983 "ausgewandert" zu sein.

2 1

Jörg Haider hatte auch mehr Anstand als Sie. Stört sie das Herr Winkler?

Dass "Die Presse" Winkler wieder einmal zwei Seiten Raum für seine paranoiden Hasstiraden gibt, lässt mich als langjährigen Abonnenten daran zweifeln, ob der oftmals geäußerte Anspruch als objektiv-liberales Qualitätsblatt noch Gültigkeit hat.

Schmähschriften bar jeglichen Anstandes und Humanität, aber voll moralischer Selbstbeweihräucherung eines "Literaten", der gleichzeitig wie ein Berserker wütet, gehören schlechtestenfalls in eine Parteizeitung à la Austro-Marxismus der 20er Jahre, sicher nicht in ein Presswerk obigen Anspruches.

Winkler entlarvt sich besonders durch den Missbrauch eines tragischen Schicksales eines Kindes und seiner Familie durch das Schwingen seiner Moralkeule gegen den offensichtlich verhassten politischen Gegner.

Mit weinerlich-kitschiger Schilderung seiner nächtlichen Befindlichkeit:"...schweißgebadet mit heftig schlagendem Herzen sehe ich dieses zutiefst erschütternde Zappeln des Kindes...seine Todeszuckungen auf dem Asphalt" betreibt Winkler übelste Stimmungsmache auf dem Niveau eines parteilichen Kampfblattes und entlarvt sich damit als Gegenteil eines humanistischen Literaten.

Chefredakteur Unterberger hätte solche Pamphlete wohl kaum auf die beiden ersten Seiten des Spectrums gestellt.

2 1

"Über einen schlechten Schriftsteller und seine Pamphlete wächst auch kein Gras"

Ist es eines Georg-Büchner-Preises würdig, ein Hasspamphlet zu veröffentlichen, das nichts außer beleidigende, an Rufmord grenzende Aussagen über einen Politiker enthält und sogar den Versuch von sachlicher Argumentation völlig vermissen lässt?
Hr. Winkler konnte der Versuchung wohl nicht widerstehen, seinen offenkundig unkontrollierbaren Hass gegen den FPK-Politiker Dörfler auf nicht nur literarisch, sondern auch moralisch, niederstem Niveau kundzutun. Er tut dies u.a., indem er einen Ursache-Wirkung-Zusammenhang herstellt zwischen einem tragischen Verkehrsunfall und dem Handeln des Hr. Dörfler, der angeblich durch die rechtzeitige Reduzierung von Verkehrsschildern selbigen verhindern hätte können. Das ist reine Spekulation eines unfair argumentierenden Menschen, der es mit größter Mühe sogar schafft, Hr. Dörfler die Aufstellung des Gedenksteines für das verstorbene Kind als verwerflich anzulasten.
Hr. Winkler disqualifiziert sich als Literat mit dieser geschmacklosen Abrechnung – er nennt es inadäquat einen „offenen Brief“. Er sollte seine „Offenheit“ künftig filtern bevor er die Leserschaft damit belästigt. Hr. Dörfler tut gut daran, sich nicht auf diese Ebene herabzulassen und den „Brief“ zu ignorieren.

Gast: justerix
31.01.2012 15:58
3 1

über ein.....

Was soll dieses Geschreibsel eigentlich? Soll es Dichtung sein oder eine politische Aussage? Dieser Herr soll sich entscheiden, was er eigentlich will, damit nicht wieder so ein Unsinn in einer Zeitung steht.
Irgendwann war einmal die Presse eine Qualitätszeitung - lang ist`s her.

Gast: Uwe Schleich
29.01.2012 08:22
1 0

di

Auf den Ackermann von Kamering ist Verlass.

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