Es geht schließlich nur um Gold: Reaktionen auf Olympia 2018

Als einen „Sieg für alle Koreaner“, beschreibt der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak (Bild) den Ausgang des Wahlgangs.(c) REUTERS (ROGAN WARD)

„Pyeongchang hat seinen Traum erfüllt“, war am Eingang zu einem Skiort Südkoreas zu lesen.(c) REUTERS (JO YONG-HAK)

"Die olympischen Winterspiele 2018 werden in Pyeongchang stattfinden."
Die Entscheidung, Olympia 2018 in Südkorea auszutragen, wurde bereits im ersten Wahlgang von der Mehrheit der Stimmberechtigten gefällt.
Während Pyeongchang 63 Zustimmungen erhiehlt, konnten Deutschland mit München und Frankreich mit Annecy bescheidene 25, respektive 7 Komiteemitglieder von ihrer Sache überzeugen.

Im Bild: Jacques Rogge, Präsident des IOC(c) REUTERS (SIPHIWE SIBEKO)

Aufgrund der deutlichen Entscheidung zugunsten Südkoreas, sucht man derzeit vielerorts nach den Ursachen dieses Wahlresultats. „Was haben wir falsch gemacht?“ frägt nicht zu unrecht die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Im Bild: Die deutsche Delegation vor dem IOC in Durban(c) Dapd (Timm Schamberger)

Der deutsche Spitzenfunktionär des Internationalen Olympischen Komitees meint dazu: „Es war wohl eine Mischung zwischen Märkten und Mitleid.“(c) Dapd (Lukas Barth)

Nicht zu selten wird die Frage aufgeworfen, ob die Wahl mit rechten Mitteln abgelaufen sei.
Waren wir zu fair?“, fragt die Süddeutsche Zeitung.
„Können die es wirklich besser?“, demagogisiert das deutsche Journaillen-Blatt, Bild.(c) Dapd (Lukas Barth)

Die Welt steht mit den Worten:
„Eine weitere Ablehnung ... Pyeongchangs … hätte eine Brüskierung sondergleichen bedeutet.",
auf einem anderen Standpunkt und sieht die Entscheidung in einer anderen Ursache begründet:
„Seit rund zehn Jahren finanzieren die Koreaner schließlich das Geschäft .. in beispiellosem Volumen mit.“
Schließlich sei es bereits Südkoreas dritte Bewerbung in Folge.

Im Bild: Jacques Rogge und Cho Yang-ho bei der Unterzeichnung des Vertrags(c) AP (Themba Hadebe)

Auch Schwedens Tageszeitung Dagens Nyheter zeigt sich kaum überrascht ob des mehrheitlichen Votums für Ostasien: „Die Entscheidung für Pyeongchang war zu erwarten. … Mit den Milliarden-Investitionen der Südkoreaner konnten München und das französische Annecy nicht mithalten.“

Im Bild: Koreanische Unterstützer werben für Olympia 2018(c) AP (Lee Jin-man)

Auch Schwedens Tageszeitung Dagens Nyheter zeigt sich kaum überrascht ob des mehrheitlichen Votums für Ostasien: „Die Entscheidung für Pyeongchang war zu erwarten. … Mit den Milliarden-Investitionen der Südkoreaner konnten München und das französische Annecy nicht mithalten.“(c) Dapd (Kerstin Joensson)

Der Sport Express, eine Tageszeitung aus Russland, welche sich ausschließlich mit Themen aus der Welt des Sports befasst, sieht den Grund weniger in der Bewerbung Münchens,welche sie als „solide, abgewogen und überzeugend“ beschreibt, als viel mehr in der Chronologie der Spielvergabe: „ Es folgt der Logik der Vergabe der Spiele in den vergangenen Jahren.“(c) Dapd (Uwe Lein)

„Des einen Freud, des anderen Leid“ mag das Motto der Bewerber für die Olympischen Spiele 2020 und die Winterspiele 2022 sein;
die Mehrheit der Anwärter befindet sich auf europäischem Boden und profitiert indirekt vom Entscheid der IOC.
Der Chef des schwedischen Olympiakomitees, Stefan Lindeberg, äußert sich dementsprechend:
„Jetzt können wir den Aspekt Europa oder nicht Europa abhaken. Jetzt geht es nur noch darum, ob wir die nötigen Anlagen und die verlangte Infrastruktur aufbauen können“

Im Bild: Rathausplatz Münchens kurz vor der Urteilsverkündung.(c) EPA (ANDREAS GEBERT)

Unterdessen wird auch in Rom frohlockt; die Tageszeitung Corriere dello Sport berichtet:
"Pyeongchangs Sieg ist für uns ein schöner Erfolg. Die Spiele 2018 in Südkorea geben Rom 2020 einen Schub.“(c) Dapd (Uwe Lein)

Jedenfalls herrscht seit Donnerstag (UTC+9) Euphorie im Land der Gewinner:
„Zwölf Jahre der Hoffnungen, Träume, und mühevollen Arbeit wurden in der vergangenen Nacht belohnt, als Pyeongchang nach zwei vergeblichen Bewerbungen das Austragungsrecht für die Olympischen Winterspiele 2018 erhielt.“,
schreibt das Blatt JoongAng Ilbo

Im Bild: Der Präsident Südkoreas feiert den Wahlausgang.(c) EPA (YONHAP NEWS AGENCY)

„Am Ende doch ein Fall von 'Aller guten Dinge sind drei.'“ resümiert The Korea Times.

Im Bild: Südkoreas Wintersport Ressort im Sommer.(c) EPA (JEON JIN-WHAN)

Für die beiden Verlierer bleibt freilich die Möglichkeit offen sich für die Winterspiele 2022 zu bewerben.
„Um zu zeigen, dass die olympische Idee nicht bloß dem Geld verpflichtet ist, sondern auch der Tradition“, rechtfertigt die Süddeutsche pragmatisch.(c) EPA (PETER KNEFFEL)

„Am Königssee, war zu hören, wurden Olympiabrezeln in der Form der Zahl '2018' gereicht. ...Wird demnächst alles auf 2022 umgebacken?“
meint die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit einer guten Portion Sarkasmus.(c) Dapd (Kerstin Joensson)
Kommentar zu Artikel:

Olympia 2018: Entschieden Märkte und Mitleid?

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