19.05.2013 23:29 Merkliste 0

Wie stark oder verwundbar ist Rapid wirklich?

06.08.2012 | 18:28 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Die Hütteldorfer legten im ersten Heim-Derby eine Bruchlandung hin. In dieser Verfassung wird auch das Rückspiel gegen Vojvodina Novi Sad zum Problem.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Damit hat Rapid nicht gerechnet, die Hütteldorfer aber haben sich auch ein wenig vom guten Start in die neue Bundesliga-Saison blenden lassen. Schon die erste Bewährungsprobe, das Duell in der Europa League bei Vojvodina Novi Sad, war nicht von Erfolg gekrönt. Ein erster Warnschuss, der allerdings mit unglücklichen bzw. kuriosen Gegentoren verniedlicht wurde. Die klare 0:3-Schlappe im Wiener Derby gegen die Austria ist allerdings mehr als nur ein Weckruf. Denn für Grün-Weiß stehen in den kommenden Tagen richtungsweisende Partien auf dem Programm. Am Donnerstag kommen die Serben zum Rückspiel ins Hanappi-Stadion, will man weiterhin im Europacup vertreten sein, muss man einen 1:2-Rückstand aufholen. Am Sonntag folgt dann das Auswärtsspiel bei Tabellenführer Salzburg.

Die Mannschaft von Trainer Peter Schöttel wirkte im Derby nicht frisch genug, die Spuren der Doppelbelastung waren nicht zu übersehen. „Aber ich werde sicher nicht jammern“, so Schöttel. „International zu spielen, das war unser Ziel. Wir wollen in den Europacup.“ Nur die Mannschaft hat den Strapazen Tribut zollen müssen, die Hitze hat die ganze Sache auch nicht gerade einfacher gemacht.

Eingeleitet wurden die jüngsten Niederlagen durch individuelle Fehler, die einer Mannschaft, die als Mitfavorit für den Titel gehandelt wird, nicht passieren dürfen. In Serbien hieß der große Pechvogel Lukas Königshofer, gegen die Austria Stefan Kulovits. Er gab das Bild eines überforderten Amateurs ab. „Das erste Tor war ein ganz entscheidender Faktor“, so Peter Schöttel. „So ein billiges Tor, das schmerzt.“

Nach dem 0:1 war das Derby für Rapid gelaufen, die Mannschaft konnte sich nicht mehr aufbäumen, sie war körperlich auch nicht mehr dazu in der Lage zuzulegen. „Vielleicht“, mutmaßt Trainer Schöttel, „haben wir auch nicht mehr daran geglaubt.“ Das wiederum würde an Selbstaufgabe grenzen. Und das ausgerechnet im ersten Derby seit über einem Jahr im Hanappi-Stadion. Rapid war nicht in der Lage, das Tor der Austria ernsthaft zu gefährden, auch der schon so hoch gelobte US-Amerikaner Boyd konnte sich nicht in Szene setzen. Sein Stangenschuss im Finish war bedeutungslos.

Der Erzrivale hingegen scheint unter Peter Stöger wieder auf dem richtigen Weg zu sein, die Austria agiert offensiver als zuletzt, schaltet schneller von der Defensive in die Offensive. Obendrein hat der Vastić-Nachfolger ein gutes Händchen bewiesen, Roman Kienast war jedenfalls mit zwei Toren und einem Assist (Tor Simkovic) der Matchwinner. Der Verlierer hieß daher automatisch Roland Linz, an sich erfolgreichster Derby-Torschütze für Violett. Aber Linz hat in den ersten beiden Saisonspielen nicht zu begeistern verstanden, Trainer Stöger will den Stürmer, der unter Vastić zum Bankbeamten mutiert ist, aber noch nicht abschreiben. „Das war eine Entscheidung auf Augenhöhe. Auch Linz unternimmt das Seine, um in der Mannschaft zu bleiben.“

Unter den interessierten Zuschauern befand sich auch Österreichs Teamchef Marcel Koller, er war auf der Suche nach Kandidaten für das freundschaftliche Länderspiel gegen die Türkei am 15. August. Austrias Tormann Heinz Lindner darf sich sicher Hoffnungen machen, dabei zu sein. Den Kader gibt Koller heute bekannt.

 

Mail: wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

6 Kommentare
Gast: tom green
07.08.2012 17:46
0 0

nacktfalter98

....seit jahren notorischer ausscheider.
diese bezeichnung für die hütteldorfer finde ich echt gut.
und bezeichnend. denn der fisch fängt beim kopf zu stinken an. rudi edlinger und sein team sollten endlich neuen frischen kräften platz machen.
kuhn&co murxen seit jahren schon recht planlos im wiener westen herum.
zeit für einen neustart in der leitung von rapid.

Gast: nachtfalter98
07.08.2012 14:18
0 0

Das traurige Bild

Wenn Rapid so weiter macht, werden sie bald von der Bildfläche verschwinden. Alle brauchbaren Spieler werden verkauft, nichts wirklich Gutes angekauft, da braucht man sich nicht wirklich zu wundern, wenn man eine unreife, chaotische Mannschaft vorfindet. Besonders erbärmlich das 0:1, wo man mit aller Gewalt einen Corner verhindern wollte, und sich ein Tor einfing. Ein schlechter Tausch aber eine typische Situation bei Rapid, auf die nominell schwächere Mannschaften, nicht nur solche wie Austria, geradezu lauern. Das 4:0 gegen Innsbruck war aussagelos, da die Tiroler zur Zeit ein inferiores Team haben. In Neustadt hat man dann ohnehin wieder die alte Rapid gesehen, die mit Ach und Weh gerade mal glücklich gewinnt. Wir werden heuer noch viele solcher Spiele sehen, aber auch mit entsprechend knapper Niederlage.

In der Europaliga wird es ebenso knapp. Im heimischen Cup ist Rapid seit Jahren notorischer Ausscheider. Ohne Investition wird nichts geschehen können.

Was bleibt: Das Anklammern an den "Rekordmeister" mit Titeln aus Zeiten, die schon gar nicht mehr wahr sind, und auch das wird bald vorbei sein. Der Rapid-Geist? ZB ein Spiel in der letzten Viertelstunde drehen? Schön, aber auch dafür braucht es eine gewisse spielerische Qualität die man mit ein paar Jugendspielern und Billigkäufen nicht schafft.

Ein potenter Sponsor, der auch Rapidanhänger ist, wäre erforderlich. Aber das politisch verkorkste Management will sich ja nicht dreinreden lassen. Also weiter mittraben.

Wo

in diesem Artikel wird jetzt irgendetwas "aufgelöst" was in der Überschrift suggeriert wird?

Nicht das man es sich im Die Presse Sportteil erwarten könnte, jedoch ist das hier ja völlig substanzlos, mal abgesehen von Zitaten.

Ein kleiner Anfang wäre mal darüber zu berichten, dass Rapid in die x-te Saison startet mit nur einem Spieler welcher das technische Rüstzeug besitzt um ein Spiel aufzuziehen.
Dieser Spieler aber nicht jünger wird und seine Leistungszenit anscheinend schon überschritten hat, ausgehend natürlich auch davon, dass alles "an ihm hängt".

Dagegen befinden sich bei der Austria mehrere technisch versierte Spieler welche auf österreichischem Niveau ein Spiel lenken können.
Vrsic, Jun, Simkovic mit Abstrichen auch A. Grünwald.

Gast: Denk modern!
07.08.2012 07:51
0 2

Stark verzerrte, rapidlastige Berichterstattung


Gast: b754
06.08.2012 22:01
5 6

welchen denkenden mensch interessiert rapid


Re: welchen denkenden mensch interessiert rapid

Mich zum Beispiel und dazu stehe ich.