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Schade um Paul Scharner

16.08.2012 | 18:23 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Teamgeist: Wenn aus einem Querkopf ein Querulant wird, dann wird es unerträglich.

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Der August 2012 ist kein guter Monat für österreichische Sportjournalisten. Das hat allerdings nicht nur mit dem medaillenlosen Unglück bei den Sommerspielen in London zu tun. Zuerst ist uns Markus Rogan abhandengekommen, jetzt hat Paul Scharner seinen Rücktritt vom Fußballnationalteam provoziert. Zwei Typen, die in ihrer Karriere nicht nur viel erreicht haben, sondern immer auch mündige Sportler waren. Querdenker und Querköpfe, die absichtlich, aber eben auch unbewusst polarisieren. Beim bewegten Hamburger Sportverein werden sie jedenfalls mit Scharner noch ihren Spaß haben.


Der 32-jährige Niederösterreicher ist schon immer mit seiner Eigenwilligkeit aufgefallen. Einmal hat er eine Einwechslung verweigert, weil ihm die vorgesehene Position nicht passte, dann wiederum fühlte er sich vom Nationalteam negativ beeinflusst, ein anderes Mal sprach er von einem unprofessionellen Umfeld beim ÖFB. Das kostete ihn sogar die Teilnahme an der Euro 2008. Als Österreich dann einen Constantini-Nachfolger suchte, brachte er sich selbst ins Gespräch.

Bei Scharner musste man immer mit einer Überraschung rechnen, jetzt war der Defensiv-Allrounder vielleicht sich selbst zu schnell. Wenn es nach ihm geht, dann ist seine Teamkarriere noch nicht beendet, wenn es nach Marcel Koller geht, dann gibt es aber kein Zurück. Paul Scharner, der stets von Manchester United geträumt hat, ist der Selbstüberschätzung erlegen – weil er ersetzbar ist. Das spricht für die Arbeit von Marcel Koller. Und die Journalisten werden Paul Scharner künftig im Team vermutlich mehr vermissen als seine Mitspieler.

 

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)

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6 Kommentare
Gast: Jaklitsch 23
19.08.2012 18:59
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Causa Scharner

Koller hatt richtig gehandelt!!!!!!

Gast: Jaklitsch 23
19.08.2012 18:58
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Scharners Fehler

Scharners Verhalten ein riessen Fehler!!!!!!!!!!!!er kann nicht fordern,der Teamchef macht die Aufstellung,hatt im Verein kaum gespielt,

völlig wurscht

dass sich der scharner vertschüsst hat, ist völlig egal, weil der typ generell kein besonders talentierter kicker ist und im speziellen im nationalteam noch kein einziges mal eine gute leistung gezeigt hat

Scharner hat bisher sein Umfeld überrascht,

jetzt hat dieses Umfeld ihn überrascht.

Gast: Scharnierl
17.08.2012 15:26
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Querkopf

Zwischen einem Querdenker und einem Querkopf ist wohl ein großer Unterschied - und der heißt Paul Scharner (Querkopf).

Die seltsame Welt der Paul Scharner

NEIN! Um Paul Scharner, immerhin ein bereits 32jähriger Erwachsener, ist KEINESWEGS "schade"! Er besittzt als Fußballer KEIN außergöhnliches Talent, welches er gleichsam "vor die Säue wirft"! Er ist z.B. kein Marko Arnautovic, der wesentlich mehr kann, als er zu zeigen bereit ist. Er ist ein braver Kämpfer und Rackerer, aber von diesen gibt es wie Sand am Meer. Nur verkauft sich Scharner viel besser als die anderen ebenso durchschnittlichen Konkurrenten. Und in Transferverhandlungen trumpft er auf, als sei er ein außerwählter Superstar. Da muß ein Verein schon Stammplatz-Garantien bieten; uzw. für die von Scharner gerade bevorzugte Position: Das kann in der Innenverteidigung genau so sein wie im defensiven Mittelfeld. Und seltsamerweise stiegen auch Premiere-League-Klubs darauf ein wie nun der Hamburger SV. Erst Marcel Koller stieg nicht mehr auf solche Sonderwünsche ein!

Der Schweizer Teamchef für die österreichische Nationalmannschaft kann nämlich derzeit personell gerade in der Deckung aus dem Vollen schöpfen. Sogar der exzellente Dragovic blieb auf der Ersatzbank sitzen. Da kann man auf einen Scharner leicht verzichten. Dessen kuriose Gegenoffensive im Internet ist nur noch lächerlich. Gerade weil Koller gegenüber Scharner "Respekt" zeigte, berief er ihn fürs Türkei-Match ein: Um ihn zu zeigen, daß er noch immer "dazu gehört". Ohne Training im Verein und ohne auch nur ein Freundschaftsspiel in den Beinen, wäre ein Einsatz JETZT sinnlos gewesen. Für Scharner viel zu hoch!