Die Insel der Seligen

Im englischen Fußball dreht sich derzeit alles um Ex-Barcelona-Trainer Guardiola und um den Exzentriker Mario Balotelli.

Im englischen Fußball kommt man nie in die Verlegenheit, Spitzenspiele mit den passenden Schlagzeilen zu versehen. Und wenn das Duell zwischen Manchester United und Liverpool nicht mehr ausreicht und zum Showdown zwischen den beiden Scharfschützen Robin van Persie (21 Partien, 16 Tore) und Luis Suarez (20 Spiele, 15 Treffer) wird, dann kommt wieder Pep Guardiola ins Spiel. Der Ex-Barcelona-Trainer soll tatsächlich im Sommer den FC Chelsea übernehmen, Roman Abramowitsch bereit sein, jede Summe für seinen Lieblingsbetreuer auf den Tisch zu legen.

Ganz andere Sorgen hat Manchester City, der Titelverteidiger kommt nicht zur Ruhe. Der Rückstand auf Manchester United beträgt sieben Punkte, das Spiel im Emirates-Stadion gegen Arsenal wird kein Leichtes, das letzte Mal hat der Liga-Krösus dort 0:1verloren.

Inzwischen gehen die Spekulationen um einen Wechsel von Mario Balotelli weiter. Disziplin gehört nicht gerade zu den großen Stärken des italienischen Teamstürmers, immer wieder gibt es Auseinandersetzungen mit seinem Trainer, zuletzt hat sich der Superstar mit Roberto Mancini sogar so richtig gematcht. Der Vorfall wurde freilich von allen Seiten heruntergespielt, aber die Liebe von Manchester City dürfte etwas erkaltet sein. Der 22-jährige Exzentriker hat möglicherweise den Bogen überspannt.

Immer wieder wird Mario Balotelli, der bei der EM gegen Deutschland so unnachahmlich gejubelt hat, mit Italiens Serie A in Verbindung gebracht. Viele tippen auf einen Wechsel zum AC Milan, wobei Silvio Berlusconi seine Meinung über den Wahnsinnsangreifer bereits kundgetan hat. „Balotelli ist doch ein verfaulter Apfel!“ Was sein Manager Mino Raiola naturgemäß zurückweist. „Er ist kein verfaulter Apfel – er ist eine Kirsche.“

Weiters wird auch gern der SSC Napoli genannt. Nun aber hat sich der Sportdirektor von Inter Mailand in die Transferspekulationen eingemischt. Pier Ausilio behauptet, sein Verein würde ein Vorkaufsrecht auf Balotelli besitzen. Dieses würde greifen, sollte sich der Premier-League-Sieger der abgelaufenen Saison dazu entschließen, den Stürmer zu verkaufen. „Mario Balotelli kann neben jedem Stürmer spielen.“

Wer einen Balotelli holt, der kauft Schlagzeilen inklusive. Seit 2010 hat er Strafzettel in der Höhe von 11.000 Euro kassiert, sein Maserati wurde 27-mal abgeschleppt. Und der Klub hat ihm zuletzt eine Geldstrafe von 420.000 Euro aufgebrummt.

 

E-Mail: wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2013)

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