26.05.2012 04:15 | Meine Presse Merkliste 0

Aus Junuzović wird nie ein „Ösi-Özil“

27.01.2012 | 18:42 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Die Austria hat nach den Verlusten von Barazite und Zlatko Junuzović die spielerische Linie verloren, vielleicht sogar den Titel verkauft.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Wiener Austria hat in den vergangenen Tagen möglicherweise den Meistertitel verkauft. Oder vielleicht sogar den Europacup-Startplatz. Denn am Dienstag wird die Transferzeit wieder für beendet erklärt – und die Mannschaft von Ivica Vastić steht auf einmal mit einer Auswahl an Handwerkern da. Nach Nacer Barazite hat nun auch Zlatko Junuzović den Verein verlassen, der ÖFB-Teamspieler wechselt zu Werder Bremen, wird dort am Montag offiziell als Neuzugang vorgestellt. Der 24-jährige Offensivspieler erhält einen Vertrag bis Sommer 2015.

Wenn man so will, dann hat die Austria die beiden Herzkammern verloren, denn ohne Barazite und Junuzović wird man nur schwer eine spielerische Linie erkennen können. Dass die Wiener in der Tabelle überhaupt auf Rang vier zurückgefallen sind, das hat in erster Linie damit zu tun, dass man in Heimspielen gegen vermeintlich schlagbare Gegner viel zu viele Punkte hat liegen gelassen. Nicht einmal mit dem Paradeduo, das nun der Vergangenheit angehört, ist es gelungen, die eine oder andere destruktive Mannschaft in die Knie zu zwingen.

Jetzt schrillen bei Thomas Parits, dem Vorstand in sportlichen Angelegenheiten, die Alarmglocken. Dass Junuzović auf längere Sicht nicht zu halten sein wird, das war dem Funktionär klar. Um wenigstens noch eine kleine Wechselgebühr verlangen zu können, hat man dem sofortigen Transfer auch zugestimmt. Denn im Sommer wäre der kleingewachsene Techniker ablösefrei gewesen. Wie vor ihm schon viel zu viele. Man erinnere sich nur an Franz Schiemer oder Rubin Okotie.

Die Austria muss nun schnell handeln, Baustellen gibt es gleich mehrere. Tormann Pascal Grünwald ist verletzt, Ersatz hat man bisher noch keinen unter Vertrag genommen. Kandidaten gibt es mehrere, einer kommt aus Wiener Neustadt (Jörg Siebenhandl), einer aus Kapfenberg (Raphael Wolf), einer aus Norwegen. Aber auch im Angriff ist die Auswahl für Trainer Ivica Vastić derzeit nicht wirklich groß. Dennoch war Roland Linz, der Ex-Kapitän, auch in Testspielen nicht erste Wahl, beim 3:0 gegen Hajduk Split schon. Denn nur mit Tomáš Jun allein kann man nichts gewinnen.

Bei der Austria muss jetzt alles sehr schnell gehen, aber viele Manager glauben, dass die Wiener auf vollen Geldkoffern sitzen und die Tresortüren nach den Barazite-Millionen weit offen stehen. Für Junuzović soll der Verein von Werder übrigens noch rund 800.000 Euro bekommen haben. Eine Summe, für die man im internationalen Fußball normalerweise keinen technisch versierten Vorbereiter bekommt.

Die Bremer haben Junuzović ein Jahr lang beobachtet, nach den Verletzungen von Aaron Hunt und Marko Marin waren sie zum Handeln gezwungen. Das erhöht auch die Chancen des ÖFB-Teamspielers, in Bremen tatsächlich zum Zug zu kommen. Von einem „Ösi-Özil“, wie ihn die „Bild“-Zeitung nennt, ist Zlatko Junuzović aber weit entfernt. Es wird auch keiner aus ihm. Werder reicht schon ein Arnautović.

 

E-Mail: wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.01.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

1 Kommentare
Gast: jackusi
28.01.2012 10:07
0 0

a

dieser Artikel ist so was von schwachsinig