19.05.2013 02:48 Merkliste 0

Fußball: Salzburgs neue Machthaber mit großen Visionen

25.06.2012 | 16:18 |  von Sascha Bunda (DiePresse.com)

Trainer Schmidt und Sportdirektor Rangnick träumen von der Champions League. Wieder einmal soll auf die Jugend gesetzt werden.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

[Salzburg/Wien] „Es geht jetzt direkt in die Vollen." In seinem markant westfälischen Dialekt stellte Roger (sprich: Ro-ger) Schmidt am Montag seine Pläne für die Amtszeit als neuer Trainer des österreichischen Fußball-Doublesiegers Salzburg vor. Weit sind diese natürlich noch nicht gediehen. „Gestern habe ich noch meine alte Mannschaft trainiert, heute trainiere ich schon meine neue", meinte der Ex-Coach des SC Paderborn bei der Präsentation in der Red-Bull-Arena. Immerhin konnte der 45-Jährige skizzieren, für welche Art von Fußball er stehen will. „Ich schaue immer, wie wir Tore erzielen können, egal ob wir den Ball haben oder der Gegner", versprach Schmidt Offensive. Auch eine Vision, wohin die Reise heuer gehen wird, hat der neue Trainer schon - in die Gruppenphase der Champions League. „Dafür werden wir alles investieren." Der erste Schritt sollte machbar sein. In der zweiten Qualirunde (17./18. und 24./25. Juli) trifft Salzburg entweder auf den Meister aus Luxemburg, F91 Düdelingen oder auf den Champion aus San Marino, Tre Penne.

Zuerst will Schmidt aber einmal seine Mannschaft kennen lernen, das bevorstehende Trainingslager in Leogang wird auch ein Neuanfang für den zuletzt aus dem Kader verbannten Leonardo sein. Dagegen wird es für Niko Kovać keinen Platz mehr geben. Der Kroate gehört nicht mehr zum Betreuerstab.

Auch Ralf Rangnick, der neuer Sportdirektor für Salzburg und Leipzig wird, hatte noch nicht viel Zeit, sich einzuarbeiten. „Vor zehn Tagen hatte ich erstmals Kontakt mit Dietrich Mateschitz", meinte der erfahrene Bundesliga-Coach. Das Amt in Salzburg habe ihn sofort gereizt, aufgrund des großen Pouvoir seiner neuen Aufgabe kam es aber nicht in Frage, auch Trainer zu werden. Aus diesem Grund habe er am Donnerstag Roger Schmidt angerufen.

Rangnick will nicht einschlafen

Sein Burn-out, das den Ex-Schalke-Trainer zu einer Auszeit veranlasst hatte, ist für Rangnick kein Thema mehr. „Mir geht es so gut wie schon lange nicht. Wir wollen begeisternden Fußball zeigen. Bei der EM bin ich bei manchen Spielen auf dem Sofa eingeschlafen - das sollte bei Salzburg und Leipzig nicht passieren."
Geschehen soll das durch intensive Talentförderung. Bisher wurde das schon öfters propagiert, nur an der Umsetzung haperte es dann. Auch diesmal will man sich ein Hintertürchen offen lassen: Die 8-8-8-Formel im Kader (acht Legionäre, acht arrivierte Österreicher, acht Talente aus den eigenen Akademien) soll kein Dogma sein.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

3 Kommentare

Österreich: Gleichauf mit Luxemburg und San Marino?

In der ersten Runde zur CL-Qualifikation müssen jene Klubs antreten, die aus den schwächsten Ländern innerhalb Fußball-Europas stammen. Sie müssen sich mühsam Runde und Runde weiter kämpfen, ehe sie die Gruppenphase der CL erreichen. Da gibt es keinen Rundenbonus für den heimischen Meister. Was sich im konkreten Fall aber auch für die Red Bull-Herde als Vorteil erweisen könnte. Jedes Bewerbmatch, welches Gelegenheit bietet, sich einzuspielen und auf die wirklich harten Brocken vorzubereiten, kommt da gerade recht!

Die sportliche Führung scheint mit Trainer Schmidt, Sportdirektor Rangnick und dem globalen Obersportchef Houillier so hochkarätig besetzt zu sein wie dies schon lange nicht. Aber die "Wahrheit" ist auch künftig immer nur "auf dem Platz". Denn dort und nur dort entscheidet sich die sportliche Zukunft des Vereins. Zu hoffen ist, daß die wieder einmal neu zusammen gesetzte Truppe wesentlich schneller als in früheren Jahre in die Gänge kommt und nicht erst dann, wenn der Europa-Zug schon abgefahren ist!

Denn welchen Sinn hätte es wohl sonst, Jahr für Jahr den Klub mit dem mit Abstand höchsten Budget in der Bundesliga auszustatten, wenn nicht den, endlich auch auf der internationalen Bühne zu reüssieren? Aber statt dessen wurde Jahr für Jahr praktisch wieder bei Null begonnen, weil kein Stein aus der abgelaufenen Saison mehr auf dem anderen geblieben war. Eine neue Führung, eine neue Philosophie und neue Spieler. Wie wär´s mit ein wenig Kontinuität?

Re: Österreich: Gleichauf mit Luxemburg und San Marino?

Danke für den ausführlichen Bericht!Ich glaube das der erste Schritt in die Kontinuität mit der neuen sportlichen Leitung gelungen ist.Wie es mit dem weiteren Umfeld im Verein aussieht kann ich nicht beurteilen.Was aber ist mit den Fans in Salzburg und in Österreich?da sehe ich das größte Entwicklungspotential die strahlen momentan in meinen Augen genauso viel aus wie die in San Marino und Luxemburg.aber um ganz oben in Europa zuspielen braucht man auch die uneingeschränkte Unterstützung der Fans.Darüber hinaus finde ich das das Niveau in der heimischen Liga auch nicht dazu taugt um sich am Wochenende warm zuspielen für große Champions League Matches in der Woche!!sorry aber mittelfristig sehe ich keinen klub auch nicht die Bulle auf Zwischenrunden oder Endrunden Niveau in Europa!!

steht eigentlich

auf den Dosen das man davon nicht zuviel trinken soll