[Salzburg/Wien] „Es geht jetzt direkt in die Vollen." In seinem markant westfälischen Dialekt stellte Roger (sprich: Ro-ger) Schmidt am Montag seine Pläne für die Amtszeit als neuer Trainer des österreichischen Fußball-Doublesiegers Salzburg vor. Weit sind diese natürlich noch nicht gediehen. „Gestern habe ich noch meine alte Mannschaft trainiert, heute trainiere ich schon meine neue", meinte der Ex-Coach des SC Paderborn bei der Präsentation in der Red-Bull-Arena. Immerhin konnte der 45-Jährige skizzieren, für welche Art von Fußball er stehen will. „Ich schaue immer, wie wir Tore erzielen können, egal ob wir den Ball haben oder der Gegner", versprach Schmidt Offensive. Auch eine Vision, wohin die Reise heuer gehen wird, hat der neue Trainer schon - in die Gruppenphase der Champions League. „Dafür werden wir alles investieren." Der erste Schritt sollte machbar sein. In der zweiten Qualirunde (17./18. und 24./25. Juli) trifft Salzburg entweder auf den Meister aus Luxemburg, F91 Düdelingen oder auf den Champion aus San Marino, Tre Penne.
Zuerst will Schmidt aber einmal seine Mannschaft kennen lernen, das bevorstehende Trainingslager in Leogang wird auch ein Neuanfang für den zuletzt aus dem Kader verbannten Leonardo sein. Dagegen wird es für Niko Kovać keinen Platz mehr geben. Der Kroate gehört nicht mehr zum Betreuerstab.
Auch Ralf Rangnick, der neuer Sportdirektor für Salzburg und Leipzig wird, hatte noch nicht viel Zeit, sich einzuarbeiten. „Vor zehn Tagen hatte ich erstmals Kontakt mit Dietrich Mateschitz", meinte der erfahrene Bundesliga-Coach. Das Amt in Salzburg habe ihn sofort gereizt, aufgrund des großen Pouvoir seiner neuen Aufgabe kam es aber nicht in Frage, auch Trainer zu werden. Aus diesem Grund habe er am Donnerstag Roger Schmidt angerufen.
Rangnick will nicht einschlafen
Sein Burn-out, das den Ex-Schalke-Trainer zu einer Auszeit veranlasst hatte, ist für Rangnick kein Thema mehr. „Mir geht es so gut wie schon lange nicht. Wir wollen begeisternden Fußball zeigen. Bei der EM bin ich bei manchen Spielen auf dem Sofa eingeschlafen - das sollte bei Salzburg und Leipzig nicht passieren."
Geschehen soll das durch intensive Talentförderung. Bisher wurde das schon öfters propagiert, nur an der Umsetzung haperte es dann. Auch diesmal will man sich ein Hintertürchen offen lassen: Die 8-8-8-Formel im Kader (acht Legionäre, acht arrivierte Österreicher, acht Talente aus den eigenen Akademien) soll kein Dogma sein.

