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Bundesliga: Startschuss zur Jagd auf den Meisterteller

20.07.2012 | 18:21 |  CHRISTOPH GASTINGER (Die Presse)

Der finanzstarke Titelverteidiger aus Salzburg kann sich nur selbst bezwingen. Rapid und Austria wollen nach Europa und hoffen zugleich auf ein kleines Titelwunder.

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Wien. Wie so oft: Die Bundesliga startet am Samstag in eine neue Saison – und der erklärte Favorit heißt Salzburg. Die Millionen von Hauptsponsor Red Bull lassen keine anderen Schlüsse zu. Auch in der achten Spielzeit unter Einfluss der Mateschitz-Gelder stellt Salzburg den qualitativ besten Kader und hat die bestbezahlten Fußballer des Landes unter Vertrag. „Sie sind ganz klarer Titelfavorit“, sagt etwa Rapid-Trainer Peter Schöttel.

Obwohl Salzburg auf nationaler Ebene in der Vorsaison nicht erfolgreicher hätte spielen können – erstmals in der Vereinsgeschichte gewann man das Double – bleibt das Stichwort Konstanz weiterhin ein Fremdwort. Der Deutsche Roger Schmidt übernahm das Trainer-Zepter von Ricardo Moniz. Der Holländer, Salzburgs bislang erfolgreichster Trainer, wollte dem Verein nach dubiosen Differenzen mit der medizinischen Abteilung nicht länger dienen. Als neuen, starken Mann installierte Mateschitz Ralf Rangnick. Der Sportdirektor sah im ersten Pflichtspiel die Champions-League-Blamage von Düdelingen und eine spielerisch wie kämpferisch schwache Mannschaft.

 

Salzburg sucht, Rapid hat schon

Personelle Verstärkungen sind bei Salzburg nicht zuletzt deshalb zu erwarten. Speziell im Angriff hat der Liga-Krösus Aufholbedarf. Ein schneller, wendiger Stürmer wird verzweifelt gesucht. Im Gegensatz zu Salzburg hat Rapid sein Einkaufsprogramm abgeschlossen. Der Vizemeister hofft, in Terrence Boyd den herbeigesehnten Torjäger verpflichtet zu haben. Der Ex-Dortmunder hat unumstritten das Potenzial zum Publikumsliebling, der Steffen Hofmann längst ist. Der Deutsche geht in seine zehnte volle Saison bei den Grün-Weißen.

Schöttel hat als Ziel einen internationalen Startplatz ausgegeben, „aber natürlich wäre es wieder an der Zeit, einen Titel zu holen.“ Rapid hat nicht nur sportliche Ambitionen. Das baufällige Hanappi-Stadion wird ab Juni 2013 dank 17,7 Millionen Euro Subvention der Stadt Wien generalsaniert, aber nicht erweitert. Präsident Rudolf Edlinger bleibt optimistisch, er hofft noch auf private Sponsoren. „Dann wäre eine Erweiterung zu finanzieren.“

 

Austria-Neustart unter Stöger

Beim Stadtrivalen aus Favoriten ist man sämtliche Stadion-Sorgen seit zwei Jahren los. In der Vorsaison tauchten dafür sportliche auf. Unter Daxbacher-Nachfolger Ivica Vastić bot die Austria unattraktiven Defensiv-Fußball, verpasste als Vierter einen Europacup–Startplatz. Nachdem Wunschkandidat Franco Foda Kaiserslautern den Vorzug gab, bediente sich Violett in Wiener Neustadt. Peter Stöger soll die Rückkehr zum Spektakel garantieren, will mit fünf offensiv ausgerichteten Spielern agieren. Auch mit Dare Vršič. Der slowenische Spielmacher ist nur einer von 52 Bundesliga-Legionären. Weniger waren es zuletzt 1995 (33).

Austria und Rapid gelten als einzige, echte Herausforderer von Meister Salzburg. Sturm, Admira und Ried gehören dem Kreis der potenziellen Europacup-Starter an. Als Abstiegskandidat Nummer eins wird nach etlichen personellen Umstellungen Wiener Neustadt gehandelt. Die große Unbekannte stellt Aufsteiger WAC dar, dem die Konkurrenz durch die Bank „einiges zutraut“.

 

Gute Lose im Europacup

Freitagmittag erfolgte in Nyon die Auslosung zur dritten Qualifikationsrunde im Europacup. Salzburg trifft in der Champions League im Falle des Aufstiegs auf Maribor oder Zeljeznicar Sarajevo.

In der Europa League erwartet Rapid Vojvodina oder Sudova. Ried bekäme es mit dem Sieger aus Liepaja und Legia Warschau zu tun. Admira könnte sich mit Sparta Prag messen.

1. Runde, Samstag: Sturm Graz - Salzburg (16 Uhr). Rapid - Innsbruck, Mattersburg - Wr. Neustadt, WAC - Austria (18.30 Uhr).
Sonntag, 16 Uhr: Admira - Ried.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2012)

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