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Neunjähriger „irischer Messi“ geht nach Barcelona

23.07.2012 | 18:23 |  SIOBHÁN GEETS (Die Presse)

Umstrittener Start einer Karriere: Der FC Barcelona verpflichtet einen Neunjährigen. Nun zieht Zak Gilsenan mit seiner Familie nach Katalonien, um die Fußballschule des FCB zu besuchen.

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Wien. Zak Gilsenan lebt den Traum eines jeden jungen Fußballers: In seiner Heimat wird er als „irischer Messi“ gefeiert, aber schon bald wird er Dublin verlassen. In Kürze beginnt der Neunjährige seine Ausbildung in der Fußballschule des FC Barcelona.

Entdeckt wurde Zak, als die Gilsenans noch in Australien lebten. Talentsucher des Premier-League-Klubs Tottenham Hotspur wurden auf das „Wunderkind“ aufmerksam und luden es zu einem Fußballcamp ein. Dort sah ein ehemaliger Barcelona-Akteur den Buben spielen, kurze Zeit später läutete bei den Gilsenans das Telefon. Ein Anruf aus Barcelona. Beim folgenden Probetraining trat Zak gegen 400 Mitbewerber aus der ganzen Welt an, später waren es nur mehr 90, Zak war immer noch dabei. Dann das Match der 16 besten Spieler, Zak schoss sieben Tore. Mehr war nicht nötig, Barcelona bot ihm eine Stelle.

Nun ziehen die Gilsenans, Zaks Eltern, sein Bruder und seine Schwester, von Castleknock im Westen Dublins nach Katalonien. „Viele sagen, wir sind verrückt“, sagte Zaks Vater Stephen Gilsenan der irischen „Sun“, „aber in Barcelona wird Zak in den besten Fußballtechniken ausgebildet. Wir werden sehen, wie sich alles entwickelt.“

 

Wetten auf seine Karriere

Kritiker bezweifeln allerdings, dass der Medienhype, der über Zak hereinbrechen wird, seinem Heranwachsen guttut. Wettbüros bieten schon jetzt erste Tipps auf die Erfolge des Buben. Gewettet werden kann etwa, ob er mit 21 Jahren Kapitän der irischen Nationalmannschaft sein wird.

Zwar hat der Fußballweltverband Fifa den Transfer minderjähriger Spieler verboten, diese Regelung gilt aber nicht für Zak, er wird lediglich die Fußballschule des FCB besuchen. Barça hat schon oft junge Talente in sein Trainingsprogramm aufgenommen, manche waren gerade einmal sechs Jahre alt. Beobachter führen den Erfolg des Klubs genau darauf zurück: Andrés Iniesta war zwölf, Xavier Hernández Creus elf, Lionel Messi dreizeihn Jahre alt, als sie zum FCB stießen. Es ist nicht der einzige Fußballklub, der seine Talente sehr früh verpflichtet. Vergangenes Jahr sorgte der Premier-League-Klub Manchester United für Aufsehen: Er sicherte sich den fünfjährigen Charlie Jackson, entdeckt hatte Manchester den Jungen aber bereits zwei Jahre zuvor. Auch hinter Charlie steht ein ambitionierter, fußballbegeisterter Vater, der die Verträge unterschreibt und vor den Medien für seinen Sohn spricht.

Zaks Vater sagt, dass Zak später, wenn er groß ist, für die irische Nationalmannschaft spielen will. Das sei sein größter Traum. Bis dahin ist es ein weiter Weg. „Wir wissen, dass es schonungslos wird, und wir wollen nicht, dass sie eine Maschine aus Zak machen“, sagt Stephen Gilsenan über die bevorstehende Zeit in Barcelona, „er soll es einfach genießen.“ Einen potenziellen Freund für Zak gibt es bereits in der Fußballschule Barças: Vergangenes Jahr kam der elfjährige Japaner Takefusa Kubo dazu. Auch er wurde in seiner Heimat gefeiert – als „japanischer Messi“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)

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