Ralph Hasenhüttl könnte seinen Job als Trainer des deutschen Fußball-Zweitligisten VfR Aalen bald los sein. Aber nicht aus sportlichen Gründen, sondern wegen einer langwierigen Viruserkrankung. Ende Juli hatte der Klub bekannt gegeben, dass der Steirer am Hantavirus erkrankt sei.
Der 44-Jährige habe die akute Krankheitsphase zwar überstanden und befinde sich im Genesungsprozess, hieß es damals. "Wie lange dieser andauert, kann aber niemand vorhersagen. Im Moment ist nicht abzusehen, wann Ralph wieder auf dem Platz stehen kann", sagte Sportdirektor und Ex-Sturm-Graz-Legionär Markus Schupp. Bis heute ist Hasenhüttel nicht auf den Platz zurückgekehrt und die Aalener werden wenige Tage vor dem Saisonstart nervös.
"Wir müssen alles überdenken, es steht zu viel auf dem Spiel. Der Verein muss bei jeder Entscheidung an oberster Stelle stehen", sagte Schupp gegenüber dem deutschen Sportinformationsdienst sid.
Hantaviren können von infizierten Tieren wie Rötelmäusen, Brandmäusen und Wanderratten durch deren Ausscheidungen übertragen werden. Die meisten Menschen infizieren sich durch das Einatmen von aufgewirbeltem Staub, in dem die Erreger aus Kot, Urin oder Speichel der Tiere enthalten sind.
Die Erkrankung verläuft ähnlich wie eine Grippe mit abrupt einsetzendem hohem Fieber für drei bis vier Tage, sowie mit Kopf-, Bauch-, und Rückenschmerzen, die etwa drei Wochen anhalten können. Im schlimmsten Fall kann es zu Nierenversagen kommen, so dass eine Dialyse erforderlich werde. Ungefähr die Hälfte aller Patienten muss im Krankenhaus behandelt werden. Andere schwere Komplikationen wie Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie im Gehirn sind eher selten.
(Red./APA)

