[WIEN/RIED] Europacup hat nicht nur angenehme Seiten. Das musste auch die sonst so beschauliche Stadt Ried im Innkreis am Donnerstag erfahren. Einige polnische Fans nutzten das Auswärtsspiel ihres Klubs Legia Warschau, um im Innviertel über die Stränge zu schlagen. Ein Autobahnpfeiler wurde beschmiert, ein Klosterzaun demoliert. Schon vor Anpfiff gab es sieben Festnahmen.
Ried-Trainer Heinz Fuchsbichlers Aufgabe war es dagegen, zu verhindern, dass es auch in der schwarz-grünen Abwehr zu Undiszipliniertheiten kommt. Das peinliche 0:2 gegen Aufsteiger WAC dürfte den Coach noch ordentlich beschäftigt haben, für das Drittrundenspiel in der Qualifikation zur Europa League krempelte der 44-Jährige die Defensive um. Statt des gewohnten 3-3-3-1-Systems stellte Fuchsbichler auf eine Viererkette um. Im Sturm feierte Rene Gartler sein Comeback, was den Ried-Fans unter den 4200 Zuschauern in der Keine-Sorgen-Arena besondere Zuversicht einflößte.
Legia Warschau schlägt sich selbst
Fuchsbichlers Plan ging aber nur halb auf. Zwar zeigte sich die verstärkte Abwehr durchaus sattelfest, doch im Angriff zeigten die Rieder wieder ihr harmloses Europacup-Gesicht. Vor allem auf der rechten Seite war Europacup-Debütant Markus Grössinger überfordert.
Und doch war es die rechte Angriffsseite, die das 1:0 bringen sollte. Und die Mithilfe des Routiniers Michal Zewlakow. Der 36-jährige Rekordnationalspieler Polens sah bei einer Reiter-Flanke alt aus, Gartler köpfelte ein (51.).
Auch auch beim 2:0 bekam Ried Hilfestellung. Anel Hadzic schoss Wawrzyniak aus kurzer Distanz an die nicht angelegte Hand, der kroatische Schiedsrichter Vucemilovic pfiff einen harten Elfer und zeigte dem Polen eine noch härtere Gelb-Rote Karte. Hadzic war das egal. Sein verwandelter Elfer (62.) öffnete die Tür ins Play-off für Ried weit.
Doch Daniel Ljuboja machte sie wieder ein gehöriges Stück zu, als er in der 85. Minute nach einem Freistoß per Hinterkopf das wichtige Auswärtstor für die dezimierten Polen erzielte.

